Der Westen hat nicht bemerkt, wie er unter dem Einfluss des Mythos der angeblichen “russischen Aggression“ in eine neue Konfrontation geführt worden ist, wie der Ex-Botschafter Australiens in Polen und Kambodscha, Tony Kevin, in seinem Brief an die britische Zeitung The Guardian schrieb.

 

Während westliche Spitzenpolitiker immer wieder äußerten, sie bewahrten ein Gleichgewicht zwischen Abschreckung und Dialog mit dem „aggressiven Russland“, hätten diese per Beschluss 4.000 Nato-Soldaten in die baltischen Länder und nach Polen entsendet, so der Diplomat. Das bedrohe den Frieden.

 

„Wir haben uns seit 1913 und 1939 nicht mehr in einer solch gefährlichen Situation befunden“, heißt es in dem Kommentar.

 

Die Nato wolle die Transparenz gewährleisten, um einen zufälligen Kriegsbeginn auszuschließen und behaupte, dass die Stationierung der Truppen nahe der russischen Grenzen keinerlei Risiko mit sich bringe. Kevin zufolge jedoch könnte der aber sogar in einen Nuklearkrieg verwandelt werden, der absichtlich, zufällig oder durch Provokation ausbrechen könnte, die „von den nächsten Idioten vor Ort organisiert werden könnte“. USA, Großbritannien und Frankreich seien Bürgen Polens und der baltischen Länder, deren Vernunft und Reife allerdings gewisse Zweifel hervorriefen, so Kevin.

 

„Obama, Cameron, Merkel und Hollande haben es der Welt erlaubt, in eine riskante Situation zu geraten. (…) Gerade darin besteht ihr größter außenpolitischer Fehler“, schrieb der Diplomat abschließend.

Beim Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau war die Stationierung von zusätzlich 4.000 Soldaten in den baltischen Staaten beschlossen worden. Die Nato will vier multinationale, rotierende Bataillone für das östliche Bündnisgebiet schaffen. Zur Formierung der Truppen sind bereits die Rahmenstaaten bestimmt worden: In Lettland wird Deutschland dafür verantwortlich sein, in Litauen Kanada, in Estland Großbritannien und in Polen die USA.