Das lettische Verteidigungsministerium will einen zusätzlichen Nato-Übungsplatz im Westen des Landes, in der Sowjet-Garnison im Wald bei Skrunda, eröffnen, wie das Internet-Portal „Delfi“ mitteilt.

 

Lettlands Verteidigungsminister Raimonds Bergmanis meint, Skrunda-1 als ehemaliger Militärkomplex sei ein einzigartiges Objekt. Dort könnten gut taktische Übungen in städtischer Umgebung durchgeführt werden. Dafür wird aber die Bewilligung seitens der Stadtverwaltung gebraucht.

 

Im Laufe der letzten 15 Jahre wechselte das Militärobjekt mehrmals den Besitzer. Viele Gebäude zerfielen und wurden geplündert. Vor einem Jahr ist die Armeestadt in Selbstverwaltung übergegangen.

 

Früher befand sich in Skrunda-1 ein sowjetisches Langstrecken-Radarsystem, das nach Lettlands Unabhängigkeitserklärung gesprengt wurde. Die Fläche der ehemaligen Garnison beläuft sich auf 45 Hektar.

 

Beim Nato-Gipfeltreffen Anfang Juli in Warschau war bereits die Stationierung von zusätzlich 4.000 Soldaten in den baltischen Staaten beschlossen worden. Die Nato will vier multinationale, rotierende Bataillone für das östliche Bündnisgebiet schaffen.

 

Zur Formierung der Truppen sind bereits die Rahmenstaaten bestimmt worden: In Lettland wird Deutschland dafür verantwortlich sein, in Litauen Kanada, in Estland Großbritannien und in Polen die USA.