Niemand zwingt Serbien zum Abbau der militärischen Zusammenarbeit mit Russland, sagte der Verteidigungsminister der technischen Regierung Serbiens, Zoran Djordjevic, in einem Exklusivinterview für Sputnik.

 

„Die Zusammenarbeit Serbiens mit anderen Staaten ist unsere innere Angelegenheit, und es ist mir sehr angenehm, dass unsere Partner dieses Prinzip achten“, so Djordjevic.

 

Auf Spekulationen über die Ratifizierung des Abkommens zwischen Serbien und der Nato-Agentur für logistische Dienstleistungen (NSPA) eingehend, sagte der Minister, dass Serbien im Jahr 2007 bei der Beteiligung am Programm „Partnerschaft für den Frieden“ seine Ziele festgelegt hat. Alle Abkommen mit der Nato zielten darauf ab, optimale Bedingungen für die Umsetzung der 2007 vereinbarten Zusammenarbeit zu schaffen.

 

Die Behauptungen, dass Serbien mit der Ratifizierung des Abkommens über den Status der Kräfte (SOFA) und des Abkommens über die logistische Unterstützung einen Schritt in die Nato getan habe, seien tendenziös und falsch.

 

„(…) Diese Abkommen regeln nur die Partnerbeziehungen, was dem Schutz der Interessen unseres Landes in Bereichen wie Verteidigung und Sicherheit dient“, so Djordjevic.

 

Auf die Neutralität Serbiens angesprochen, sagte der Minister, die Nato strebe einen engeren politischen Dialog mit Serbien an. Djordjevic merkte zugleich an, dass ein intensiverer Dialog keineswegs dem Prinzip der militärischen Neutralität Serbiens widerspreche und keinen Einladungen zu einem Nato-Beitritt vorgreife.

 

„Belgrad sind niemals Bedingungen hinsichtlich einer Nato-Mitgliedschaft auf dem Weg zur EU gestellt worden“, so der Minister.

 

Nach der militärischen Zusammenarbeit mit Russland gefragt, sagte Djordjevic, Russland sei einer der „vier Grundpfeiler“ der serbischen Außenpolitik und ein strategischer Partner des Landes. Ein Teil der Abkommen mit Russland werde bereits umgesetzt. Serbien habe vor kurzem die Luftstreitkräfte und die Luftverteidigung mit zwei Mehrzweck-Transporthubschraubern Mi-17W-5 aus russischer Produktion verstärkt.

 

In Bezug auf die Zusammenarbeit mit der OVKS (Organisation des Vertrages für kollektive Sicherheit/Militärbündnis der GUS – Anm. d. Red.) sagte Djordjevic, demnächst sollen Möglichkeiten für die Entwicklung einer militärischen Zusammenarbeit, vor allem bei der Organisation gemeinsamer Übungen und bei der Bekämpfung des Terrorismus und des Drogenverkehrs, erörtert werden.