Nach dem Anschlag in Nizza wird Europa sich schnell in eine bestimmte Richtung verwandeln…

 

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Man muss nicht weise sein, um zu verstehen, dass die Ursache für den Terroranschlag in Nizza kein «Versäumnis» der französischen Sicherheitskräfte war, worüber momentan so viel gequatscht wurde. Die Terroristen schienen absichtlich ein Instrument der Massenvernichtung von Menschen gewählt zu haben – den gewöhnlichen LKW – um zu zeigen, dass der Kampf gegen den Terrorismus in seinem Endstadium, ein absolut sinnlose Aufgabe ist, wenn nicht dumme.

 

Solche Aktionen sind in jedem Land möglich, in dem diese Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

 

Die Frage ist also, was wirklich wert ist zu besprechen — warum Frankreich? Vor allem, weil dieses Land Angriffe mit schockierenden Regelmäßigkeit einer Ankunft von S-Bahnen gleich, erschüttern.

 

Die bekannte objektive Voraussetzung für die aktive Untergrabung der Grundlagen der französischen Grundsätzen ist die Präsenz einer Multi-Millionen-Migrantengemeinschaft, die wenig Lust hat, französisch zu werden im Land. Dies zeigt sich schon in der nicht sehr umgängliche französische Gesellschaft. Zahlreiche Kämpfe in den Vororten von Paris während der Sarkozy-Zeit sind eine visuelle Bestätigung dafür.

 

Aber, letztendlich gibst es auch die asiatisch-afrikanischen Migranten voll und ganz in anderen EU-Ländern, zum Beispiel – in Deutschland. Warum dann schüttelt so kräftig genau Frankreich? Die Antwort ist — da, es einige Leute brauchen.

 

Ich denke auch, dass der Migrationsfaktor nur der allgemeine Hintergrund ist, hinter welchem eine entscheidende Rolle ganz anderen Umständen spielen. Und vor allem – geopolitischen. Es ist kein Zufall, dass das Massaker in Nizza sehr kurz nach dem britischem Referendum über die Trennung von der EU erfolgte.

 

Europa ist in einen Zeitraum von starken geopolitischen Bewegungen eingetreten. Der Kern von denen, soweit dies beurteilt werden könnte, wird deren radikale Neuformatierung mit Rücksicht auf die neue heute-geborene Konfiguration der Weltmächte sein.

 

Die USA können nicht mehr monopolistisch und direkt den europäischen Raum kontrollieren, wie es vor kurzem war. Daher sind sie gezwungen, solche Kontrollmöglichkeiten zu suchen, welche ihnen den erforderlichen Einfluss verschaffen würde, aber schon auf indirekte Weise.

 

Der Austritt Großbritanniens, der ohne Zweifel in Absprache mit Washington durchgeführt wurde, war der erste Schritt in Richtung dieses neuen Europas. Aber nicht der letzte. Frankreich ist an der Reihe.

 

Ja ja, genau dieses Frankreich, das Land, das im neuen verkürzten Format der europäischen Einheit, das objektiv für deutsche Interessen angepasst wurde, wird offensichtlich als ein Fremdkörper angesehe. Es ist kein Zufall, dass nach dem Brexit die erste Stimmen für den Austritt aus der EU gerade aus Paris ertönten.

 

Aber abgesehen von der Bedrohung der deutschen Vorherrschaft spürt Frankreich eine wachsendes Unbehagen von seiner migratorischen Transparenz, welche mit der Mitgliedschaft in der Europäischen Union verbunden ist.

 

Daher ist es nicht notwendig, ein großer politischer Wissenschaftler zu sein, um zu verstehen, dass der größte Nutznießer des aktuellen Drama in Nizza jene politischen Kräfte werden, die fordern, so dich wie möglich und schnell die Tür zu schließen, aus denen der gesamteuropäische Windzug bläst.

 

Also die Organisatoren des Angriffs haben ihre Arbeit sehr strikt für die politischen Kräfte in Frankreich geleistet, welche den raschen Austritt dieses Landes aus der EU verlangen. Es besteht kein Zweifel, dass nach dem Vorfall die Entschiedenheit dieser Anforderungen sich in der Zehnerpotenz erhöhen wird.

 

Deshalb wird die Wahrscheinlichkeit eines Austrittes von Frankreich aus der EU von heute dramatisch steigern. Wer genau an der Spitze in Paris stehen wird — Marine Le Pen oder Sarkozy — spielt keine Rolle. Diese beiden Politiker sind voll und ganz dafür bereit, den Status von Frankreich zurückzukehren, welcher er damals hatte – die Weltmacht ohne Rücksicht auf «Eurokonsenses».

 

Es ist jedoch klar, dass der abgespaltene vom euro-deutschem Konglomerat Frankreich allein nicht sein will, und allen nicht bleiben wird. Und aller Wahrscheinlichkeit nach, in Ermangelung anderer Perspektiven, wird er zu einem vertrauten Zustand der Juniorpartner in der angelsächsischen Staatengemeinschaft zurückkehren. Dabei wird Frankreich gleichzeitig seine Kontakte mit Russland als natürliches Gegengewicht zu Deutschland aktivieren.

 

Erinnert es Euch an etwas? Nun, natürlich — es ist alles dasselbe «gute alte» dreifaltige Europa des zwanzigsten Jahrhunderts! In der Mitte ist die deutsche Herrschaft, an den Rändern — Russland und England-Frankreich. Und über allen schwebt der stolze amerikanischen Adler, der zum wiederholten Male erwartet, die Welt zu beherrschen, indem er mit dem traditionellen europäischen Gleichgewicht der Macht manipuliert, das wir gerade beschrieben haben. Und das geschieht vor unseren Augen auf dem blutigen Straßenpflaster von Nizza.

 

Wenn jemand weiterhin glaubt, dass der so genannten «globalen Terrorismus» an sich existiert, und Terroristen den Tod rechts und links säen, nur wegen einer schlechten Stimmung oder sich eine baldige Begegnung mit Allah wünschen, kann ich nur der Tiefe der Verblendung mitfühlen. Die Hauptfrage der Weltrechtswissenschaft «Wer profitiert davon?» hat niemand gesagt, und der gestrige Angriff in Frankreich gibt eine eindeutige Antwort auf diese Frage.

 

 

Von Yuri Seliwanow

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