Einer der Teilnehmer beim Putschversuch in der Türkei war der Pilot, der den russischen Su-24 abgeschossen hat, teilte der Bürgermeister von Ankara Melih Gökçek mit. Ihm zufolge war der Pilot ein Mitglied der Organisation des Predigers Fethullah Gülen.

 

Die Aktivitäten dieser Organisation nent Ankara einen «parallelen Staat». Zuvor warf Präsident Erdogan den Gülen-Anhänger die Organisation des Putschversuches. Die Organisation selbst, die in den Vereinigten Staaten basiert, hat die Vorwürfe bestritten, und Gülen persönlich hat den Putschversuch verurteilt.

 

„Gerade der ‚Parallel-Staat‘ hat unsere Beziehungen zu Russland verdorben. Das war der Vorfall (mit dem Flugzeug – Anm. d. Red.), an dem ein Pilot dieser Struktur teilgenommen hat, das steht hundertprozentig fest. Er war ein Putschteilnehmer. Bis zum heutigen Tag haben wir das nicht bekannt gegeben und für uns behalten. Aber ich, Melih Gökçek, sage, dass diese Halunken  unsere Beziehungen zu Russland verdorben haben“, erklärte Gökçek gegenüber dem TV-Sender CNN Turk.

 

Wie der Bürgermeister von Ankara sagte, habe der „Parallel-Staat“ die Türkei in der Weltarena isolieren wollen.

 

„Gestern war ein Gast aus Russland bei mir, ein Berater Putin. Er ist derselben Meinung“, so Gökçek, ohne den Namen des Beraters zu nennen.

 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Gülens Mitstreitern vorgeworfen, den Putschversuch organisiert zu haben. Die in den USA tätige Gruppe der Anhänger des islamischen Predigers Gülen hat die Beschuldigungen, in den Staatsstreich in der Türkei verwickelt zu sein, jedoch zurückgewiesen.

 

Das offizielle Ankara bezeichnet die Tätigkeit der Anhänger des Predigers als „Parallel-Staat“. Erdogan meint, Gülen strebe nach dem Sturz der türkischen Regierung. Mit der Tätigkeit Gülens und seiner Mitstreiter hatte der Präsident der Türkei die Protestaktionen im Jahr 2013, die Überwachung der Telefone der türkischen Führung und die spektakuläre Antikorruptionskampagne im Dezember 2013 erklärt. In der Türkei waren zuvor hunderte Militärs,  Offiziere der Polizei und der Sicherheitsdienste festgenommen worden. Ein Gericht in Istanbul hat einen Haftbefehl gegen den Prediger bewilligt.

 

Am späten Freitagabend hatte die türkische Führung den Versuch eines Staatsstreichs bekanntgegeben. Nach den Angaben der Regierung soll es 161 Tote, 1440 Verletzte und 2800 Festgenommene nach dem misslungenen Staatsstreich geben.