Die Lage der Christen in der Türkei wird sich nur verschlechtern, weil sich nach dem Putschversuch die Tendenz zu einer weiteren Islamisierung des Landes und der Stärkung der Macht von Präsident Erdogan abgezeichnet hat, wie der Leiter des Zentrums für Religion und Gesellschaft bei der Russischen Akademie der Wissenschaften, Roman Lunkin, äußerte.

 

Laut Lunkin wird sich das Verhalten gegenüber allen Christen, vor allem gegenüber der christlichen Mission in der Türkei, christlichen Kirchen in diesem Land, nicht nur von Orthodoxen und Katholiken, sondern auch der Protestanten zweifellos verschlimmern.

 

„Während die Orthodoxen und Katholiken in der Türkei im sogenannten Getto – ‚hinter sieben Mauern‘ — existiert haben, haben protestantische Missionare, in erster Linie Baptisten, ziemlich offen agiert, wofür diese von den türkischen Behörden verfolgt wurden. Das war schon“, so der Experte.

 

Die Verschlechterung der Situation hängt ihm zufolge mit einer weiteren „Islamisierung des Landes“ zusammen, da es auf der Hand liegt, dass die Niederschlagung des Militärputschs zur Verschärfung der autoritären Tendenzen in der Türkei und zur weiteren Festigung der Macht von Erdogan führen wird.

 

Es sei aber schwer zu sagen, wie sich die Beziehungen zwischen Ankara und dem Patriarchat von Konstantinopel verändern werde, zumal sich sein Lehrstuhl in Istanbul befinde.