Für heute kündigt WikiLeaks die Veröffentlichung von über 300.000 Emails der Erdogan-Partei AKP an. Nachdem bereits WikiLeaks bereits vorhandene Dokumente mit Türkei-Bezug am Wochende hervorgehoben hat, folgt nun das nächste Konglomerat an Lesestoff. Geht nun wieder die Internet-Zensur in der Türkei los?

 
Nachdem der türkische Präsident Recep Erdogan sehr ungnädig auf den Putsch-Versuch reagierte, sagt WikiLeaks der türkischen Regierung den Kampf an. Zuvor hob WikiLeaks bereits vorhandenes Material hervor und deutete einen CIA-Hintergrund für den Putsch-Versuch an, Contra berichtete. Zunächst sprach WikiLeaks von 100.000 E-Mails der Adalet ve Kalkinma Partisi (AKP) an, die Recep Erdogan als Bürgermeister von Istanbul gründete. Nun spricht WikiLeaks von 300.000 E-Mails, die möglicherweise aus türkischen Dissidenten-Kreisen stammen.
 


 
Das Transparenz-Portal geht nun davon aus, dass in der Türkei die Internet-Zensur wieder hochgeschraubt wird und empfiehlt deswegen den türkischen Lesern den Tor-Browser, mit dem die staatliche Zensur locker umgangen werden kann. Nachdem Türken im Jahre 2013 auf den Taksim-Platz gegen die türkische Regierung demonstrierten zensierte die Türkei den Kurznachrichtendienst Twitter, von wo aus WikiLeaks die Veröffentlichung ankündigte.
 


 

Nachdem am vergangenen Freitag versucht wurde die türkische Regierung mit einem Militärputsch zu stürzen, griff Erdogan in seinem Land hart durch. Über den Hintergrund des Putsch-Versuches scheiden sich die Geister. Die einen gehen von einer False-Flag-Aktion aus, also von einem inszenierten Putsch, andere gehen davon aus, dass der Westen hinter dem Militärputsch steckt, da die Regierung einen Kurswechsel in der Außenpolitik anstrebt.

 
Von Christian Lehmann