Der Rat für Hochschulbildung der Türkei hat Professoren und Dozenten von Hochschulen bis auf weiteres Auslandsreisen untersagt, berichtet der TV-Sender NTV unter Berufung auf eine Quelle im Rat.

 

Alle Universitäten des Landes sind von nun an angewiesen, Auslandsreisen von Mitarbeitern zu stoppen und zu untersagen. Diejenigen Akademiker, die sich im Ausland befinden, sollen zurückgerufen werden, wenn ihre Arbeit nicht „absolut notwendig“ sei, so die Nachrichtenagentur Anadolu.

 

Das Verbot betreffe sowohl private als auch Dienstreisen. Zuvor hatten die türkischen Behörden die Beschränkung von Auslandsreisen für Beamte des Landes bekanntgegeben.

 

Am vergangenen Freitag hatte eine Gruppe türkischer Militärs einen Putschversuch unternommen, der nach einigen Stunden scheiterte. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen bislang rund 6.000 Personen fest, darunter ranghohe Militärs. Beim versuchten Umsturz kamen nach den jüngsten Angaben des Innenministeriums in Ankara 290 Menschen ums Leben, es gab fast 2.000 Verletzte.

 

Die Behörden machten den im US-Exil lebenden oppositionellen muslimischen Prediger Fethullah Gülen für die Organisation des Putschs verantwortlich. Gülen lehnt jegliche Anschuldigungen zurück.