Als schlechtes Zeichen und als Nagel in den Sarg der Pressefreiheit hat Andreas Gross, Politikwissenschaftler und Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, den Mord an dem Journalisten Pawel Scheremet in der Ukraine verurteilt.

 

„Ich bin sehr besorgt… Dass es in der Ukraine so ist, dass die Menschen umgebracht werden, weil sie Kritisches berichten, dann ist es ein ganz schlimmes Zeichen für die politische Situation und für die demokratische Reife dieses Landes“, sagte Gross in einem Gespräch mit Sputnik. Und weiter: „Es ist unakzeptabel, dass die Journalisten Angst um ihr Leben haben müssen. Das ist eine grausame Verkennung der Grundlagen einer freiheitlichen demokratischen Politik.“ Jeder tote Journalist sei ein „ein Nagel in den Sarg der Presse- und Meinungsfreiheit“.

 

Der 44-jährige Pawel Scheremet wurde am Mittwoch durch einen Bombenanschlag in Kiew getötet. Der Hintergrund ist vorerst unklar. Der Journalist hatte seit rund fünf Jahren in der Ukraine gelebt und zuletzt für die Internetzeitung „Ukrainskaja Prawda“ und den Rundfunksender Radio Westi gearbeitet.

 

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bezeichnete den Anschlag als eine „schreckliche Tragödie“ und verfügte die Bildung einer Ermittlungskommission, die aus ukrainischen Beamten, aber auch aus Ermittlern der US-Bundespolizei FBI bestehen soll.