Laut Syriens Präsident Baschar al-Assad hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan den Putschversuch in seinem Land ausgenutzt, um sein extremistisches Programm umzusetzen. Assad äußerte sich dazu in einem Interview mit der Agentur Prensa Latina.
 
Nach dem Putschversuch wurden Massensäuberungen in der türkischen Armee, bei der Polizei, im Gerichtssystem sowie unter den Staatsbeamten begonnen. Mehr als 9000 Menschen werden vor Gericht gestellt. Zahlreiche Mitarbeiter verschiedener Behörden und Medien werden entlassen.

 

In diesem Zusammenhang wundert sich Assad, „was für einen Bezug haben die Universitäten, Richter und die Öffentlichkeit zu dem Staatsstreich?“. All das zeige Erdogans echte Absichten.

 

„Er hat den Putsch ausgenutzt, um sein extremistisches Programm umzusetzen, das Programm der Muslimbrüder, in der Türkei. Und das ist gefährlich für die Türkei und für die Nachbarstaaten, darunter auch für Syrien“, so Assad.

 

In der Nacht auf den 16. Juli gab es in der Türkei einen Putschversuch, der von einem kleinen Teil des Militärs ausgegangen sein soll. Gegen 23 Uhr MESZ erklärten die Putschisten, sie hätten die Macht im Lande übernommen. Im Verlauf der Nacht wurde die türkische Hauptstadt von zwei Explosionen erschüttert. Auf den Präsidentenpalast wurde eine Bombe abgeworfen.

 

Zeitweise hatten die Putschisten mehrere zentrale Militär- und Polizeistellen sowie den Istanbuler Atatürk-Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Am Morgen schienen die regierungstreuen Kräfte jedoch die Oberhand gewonnen zu haben: Die meuternden Militärs begannen sich zu ergeben, mehr als 100 Putschisten wurden getötet.

 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte daraufhin den Putschversuch für gescheitert. Bei dem Umsturzversuch kamen etwa 290 Menschen ums Leben, mehr als 1.500 wurden verletzt. Mehr als 6.000 mutmaßliche Putschisten wurden festgenommen, unter ihnen auch ranghohe Militärs.