Die Bewohner der japanischen Insel Okinawa haben mit einem Sitzstreik gegen die Wiederaufnahme des Baus von Hubschrauberlandeplätzen für die US-Streitkräfte protestiert, wie örtliche Medien berichten.

 

Seit Freitagmorgen räumen Polizisten Barrikaden auf Zufahrtsstraße der Baustelle. Rund 500 Polizisten sind im Einsatz.

 

Wie die Abteilung des japanischen Verteidigungsministeriums auf Okinawa mitteilte, sind die Bauarbeiten an dem Hubschraubergelände um 23.00 Uhr MESZ wiederaufgenommen worden.

 

Die Errichtung von sechs Hubschrauberlandeplätzen für die US-Armee in der Ortschaft Higashi auf Okinawa dient als Bedingung für die Rückgabe der Hälfte des Geländes eines Ausbildungszentrums im Dschungel – des sogenannten „Nördlichen Übungsplatzes“- an Japan. Im Tausch gegen die 4.000 Hektar war es den USA erlaubt worden, auf dem Übungsgelände sechs neue Hubschrauberlandeplätze zu bauen.

 

Im Jahr 2007 waren zwei davon bereits errichtet worden, den Bau von übrigen vier stoppten die andauernden Proteste der Anwohner.

 

Vor etwa 20 Jahren hatte die japanische Regierung den US-Militärstützpunkt in Ginowan auf der Insel Okinawa geschlossen. Zuerst sollte die Basis aus dem Verwaltungsbezirk heraus verlegt werden, später aber wurden der Umzug noch im Gebiet der Inselgruppe und der Bau eines neuen Flugplatzes in Henoko beschlossen, wo sich bereits die US-Basis „Camp Schwab“ befindet.

 

Okinawa stellt nur 0,6 Prozent des japanischen Territoriums dar, trotzdem befinden sich dort 74 Prozent der US-Militärobjekte und mehr als die Hälfte aller US-Streitkräfte in Japan. Laut der Präfektur Okinawa befinden sich auf der Insel 25.800 amerikanische Militärangehörige und 19.000 Mitglieder ihrer Familien sowie Zivilisten aus den USA.

 

Quelle: Sputniknews