Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat dazu aufgerufen, mit allen Diskussionen und Auseinandersetzungen aufzuhören, die die jüngsten Ereignisse in der Türkei betreffen, wo die Regierung nach einem Putschversuch „die Schrauben anzieht“.

 

In seiner auf der offiziellen ZMD-Homepage veröffentlichten Erklärung fordert Mazyek, in den Medien, sozialen Netzwerken und Gruppierungen mit den aufgebrachten Diskussionen und Auseinandersetzungen bis hin zur gegenseitigen Denunziationen bezüglich der Ereignisse in der Türkei aufzuhören. Dabei wendet er sich gegen die Sprache des Hasses und der Gewalt.

 

„Jetzt ist nicht die Zeit, alte Rechnungen zu begleichen, sondern die Gräben zuzuschütten“, sagte der ZMD-Vorsitzende am Donnerstag in Berlin. Mazyek versprach alles Nötige zu tun, um diese Streits zumindest in Deutschland zu beenden.

 

„Wir werden uns weiterhin aus der Warte der deutschen Muslime für die Demokratie in der Türkei aussprechen und diese unterstützen und uns nicht in Grabenkämpfe verwickeln lassen“, so Mazyek abschließend.

Eine Gruppe türkischer Militärs hatte in der Nacht zum 16. Juli einen Putschversuchunternommen, der aber scheiterte. Der Umsturzversuch kostete rund 300 Menschen das Leben, es gab knapp 1500 Verletzte.

 

Medienberichten zufolge haben nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei rund 58.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Betroffen seien Militärs, Polizisten, Richter, Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen sowie Staatsbedienstete.