Nach dem Putschversuch in der Türkei sollen die in Gewahrsam befindlichen Personen misshandelt bzw. gefoltert und vergewaltigt worden sein. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation «Amnesty International» unter Berufung auf «glaubwürdige Hinweise».

 

Die Organisation ruft in einer Erklärung auf ihrer Webseite die türkischen Behöreden auf, unabhängigen Beobachtern Zugang zu allen Einrichtungen, darunter Polizeistationen, Sportzentren und Gerichtsgebäuden zu gewähren, in denen sich mehr als 13.000 Verdächtige befinden.
 

Amnesty International liegen Informationen darüber vor, dass die Gefangenen in Ankara und Istanbul von der Polizei „in schmerzhaften Positionen über einen Zeitraum von bis zu 48 Stunden“ festgehalten werden. Sie würden weder Essen noch Wasser noch medizinische Hilfe bekommen und dabei bedroht und beschimpft werden, heißt es.

 

„Die von uns dokumentierten schauderhaften Einzelheiten sind nur ein kleiner Teil der Übergriffe, die an den Haftorten verübt werden“, sagte John Dalhuisen, Amnesty-Direktor für Europa und Zentralasien.

 

Ihm zufolge ist es dringend notwendig, dass die türkischen Behörden „diese abscheulichen Praktiken einstellen und es internationalen Beobachtern erlauben, alle Gefangenen an ihren Haftorten zu besuchen“.

 

Die  Besorgnis der türkischen Behörden über die öffentliche Sicherheit sei verständlich, doch keinerlei Umstände könnten die Folter, die Rohheit und die willkürlichen Festnahmen rechtfertigen, so Dalhuisen. Er forderte die türkischen Behörden auf, ihre Verpflichtungen gemäß den internationalen Menschenrechtsnormen einzuhalten und die Rechte der Festgenommenen nicht zu schmälern.

 

Die türkische Regierung hat die Vorwürfe vehement zurückgewiesen.