Nach den provokativen US-geführten NATO-Manövern, wo ein Truppenaufmarsch in Richtung Osten geprobt wurde, scheint Polen nun Angst vor einen Krieg gegen Russland zu haben. Die neue Rüstungspolitik sowie die mediale Panikmache durch westliche Leitmedien sind mitunter ein Grund.

 

Zugegeben – das russisch-polnische Verhältnis hatte freilich schon bessere Zeiten gehabt, aber dennoch scheint Polen sich vor einem bewaffneten Konflikt zu fürchten und will und vor allem sich auch nicht wirklich auf die NATO-Bündnispartner verlassen. Aber alles kein Grund sich vor Russland zu fürchten. Eine Provokation von westlicher Seite gegen Russland, wo das ehemalige Warschauer Pakt Mitglied als Spielball für westlich-imperialistische Interessen herhalten muss, ist viel wahrscheinlicher. Aber dennoch rüstet Polen weiter auf, aber wieso?
 
Natürlich nicht, weil die Bündnispartner kneifen würden, sondern einfach weil inzwischen die Stärke des russischen Militärs nicht mehr geleugnet werden kann. Ob Georgien 2008, die Krimkrise 2014 oder der Einsatz in Syrien seit Ende September 2015. Das russische Militär brauchte sich nie zu verstecken und die bis heute andauernde Modernisierung des Militärs unter Präsident Wladimir Putin kann sich sehen lassen. Und auch von NATO-Spitzengenerälen kommen keine dummen Parolen mehr, sondern sehen die Dinge wie sie sind, und die russische Armee ist derzeit nicht zu schlagen.
 
Immer wieder tauchen Berichte aus dem Ausland auf, die ein Kriegsszenario zwischen Russland und Polen aufgreifen, wo das heutige EU-Land den kürzeren ziehen würde.
 

 
Deswegen machen die NATO-Bündnispartner Polens das was sie schon immer am besten können: Länder, Volksgruppen und Religionen gegeneinander aufhetzen, auch hybride Kriegsführung genannt, die sich am besten durch bunte Revolutionen zu erkennen gibt. Dazu gehört auch die Informationskriegsführung und die Angstmacherei, denn durch Angst wird erfolgreich Politik betrieben. Und Rüstungspolitik ist auch Politik, die sehr lukrativ ist. Und laut der russischen Agentur NewsFront will die polnische Regierung für insgesamt 83 Milliarden Zloty (21 Milliarden Euro) aufrüsten, um gegen eine russische Invasion gewappnet zu sein, die laut der Bild-Zeitung nicht mal einen Tag dauern würde.

 

 

Die Deutsche Metallindustrie kann sich über neue Aufträge freuen, denn auf dem polnischen Wunschzettel stehen auch die Kampfpanzer des Typen Leopard A2, der sichallerdings sehen lassen kann. Deutsche Panzer waren seit eh und je Deutsche Wertarbeit, woran es nichts zu rütteln gibt. Selbst der Klassiker ist weltweit heiß begehert, worauf Deutschland stolz sein kann. Und selbst die die totgesagten Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg, leben heute noch, wie dieser Fund im russichen Pskow zeigt, wo ein gepanzerter StuG 40 von den toten Auferstanden ist – Deutsche Wertarbeit halt.

 


 
Weniger Wertarbeit wird in der Deutschen Politik derzeit geleistet, wobei der aktuelle Kurs von Außenminister Frank-Walter Steinmeier als OSZE-Vorsitzender hier positiv hervorzuheben ist, der ein aufrichtiges Interesse erkennen lässt, dass die deutsch-russichen Beziehungen sich nachhaltig positiv entwickeln, Wahlkampf hin oder her. Würden mehr Politiker aus EU oder NATO diesen Weg wählen, dann könnte Nachbar Polen das Geld für die Panzer anderweitig verwenden. Allerdings ist dieses Szenario noch utopischer als eine russische Invasion.

 

Von Christian Lehmann