Die türkisch-amerikanischen diplomatischen Beziehungen können betroffen werden, wenn die USA den islamischen Prediger Fethullah Gülen nicht an Ankara ausliefern, wie der Außenminister der Türkei, Mevlüt Çavuşoğlu, dem TV-Sender Habertürk sagte.

 

In der Türkei sei es zu einem Staatsstreich gekommen, wobei der Anführer und Inspirator der Putschisten, die ihn veranstalteten, ruhig in den USA lebe. „Das überschattet die bilateralen Beziehungen“, so der Außenminister.

 

Çavuşoğlu habe vor, die Auslieferung von Gülen während seines USA-Besuches auf offizieller Ebene anzusprechen.

 

Eine Gruppe türkischer Militärs hatte in der Nacht zum 16. Juli einen Putschversuch unternommen, der aber scheiterte. Der Umsturzversuch kostete rund 300 Menschen das Leben, es gab knapp 1500 Verletzte.

 

Medienberichten zufolge haben nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei rund 58.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Betroffen seien Militärs, Polizisten, Richter, Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen sowie Staatsbedienstete.

 

Die türkische Regierung macht den oppositionellen Prediger Gülen offiziell für den Putschversuch verantwortlich. Gülen hat die Vorwürfe jedoch zurückgewiesen und äußerte zudem die Vermutung, dass der Staatsstreich von Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst inszeniert worden sein könnte.