Der Anführer der berühmt-berüchtigten syrischen Rebellengruppierung „Farouq-Brigaden“, Abdul Razzaq Tlass, hat Asyl in Frankreich bekommen, wie der Vorsitzende der Gruppe für französisch-syrische Freundschaft im Unterhaus des französischen Parlaments, Gérard Bapt, in einem Interview mit Sputnik sagte.

 

Er habe eine Anfrage an den französischen Innenminister, Bernard Cazeneuve, gerichtet, um die Internet-Informationen zu überprüfen, denen zufolge der Gründer der sogenannten Farouq-Brigaden ein Visum als Flüchtling bekommen habe und sich zurzeit in Frankreich aufhalte, sagte Bapt. Laut dem Bescheid, den er erhalten habe, sei ein entsprechender Asylantrag gestellt und vom französischen Amt für Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen (OFPRA) behandelt worden, wobei diese Behandlung „absolut unabhängig» gewesen sei.

 

„Ich wünsche, dass diese Unabhängigkeit es dem OFPRA ermöglicht, einen großen Fehler zu vermeiden, wenn ein Visum mit Aufenthaltserlaubnis tatsächlich diesem Menschen erteilt wurde, während die Gräueltaten seiner Brigade und mitunter sogar seiner eigenen Helfer bekannt sind, die unter anderem auch in Homs begangen wurden», so Bapt.

 

Den gegenwärtigen Aufenthalt von Tlass in Frankreich könne ein im Blog des Franzosen algerischer Abstammung Malek veröffentlichtes Foto von Tlass bestätigen, sagte der Abgeordnete. Dieses Foto sei in Paris gemacht worden, sagte er.

 

Außerdem bezeichnete Bapt den französischen Luftangriff auf die syrische Ortschaft Tohar, bei dem laut syrischen Behörden 164 Zivilisten ums Leben gekommen waren, als eine „schreckliche Tragödie». Man  solle  Beileid für die Familien aussprechen, die zu „Begleitopfern» geworden seien, sagte er. Um einen solchen „Kollateralschaden» in der Zukunft zu vermeiden, müsse der Informationsaustausch nicht nur zwischen Syrien und den USA funktionieren, so Bapt weiter. Die westliche  Koalition müsse auch mit anderen Gegnern der Terrormilizen Daesh und Al-Nusra-Front,  und zwar mit der syrischen Regierungsarmee, den  iranischen Militäreinheiten und der russischen Armee zusammenarbeiten.