Der ungarische Regierungschef Victor Orban hat erklärt, dass Europa seine Versprechen gegenüber der Ukraine nicht erfüllt und wegen der Situation in diesem Lande ein schlechtes Gewissen hat. Diese Meinung äußerte der Premier bei einem Auftritt in der rumänischen Stadt Băile Tușnad, berichtet EADaily.com unter Berufung auf die Agentur Agerpres.

 

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„Die Ukraine ist eines der schwierigsten politischen Probleme und Probleme des Gewissens für Europa“, sagte er. „Betrachtet man die letzten drei Jahre, ist das Ergebnis tragisch“, so der ungarische Premier.

 

Das Land habe einen bedeutenden Teil seines Territoriums und seiner Bevölkerung verloren, jedoch nicht im Krieg, sondern wegen der Auswanderung in den Westen. Es seien keine Spuren von Stabilität zu erkennen.

 

Orban zufolge ist die Lebensqualität in der Ukraine gesunken, das Land hat Wirtschaftsprobleme, die europäischen Anführer haben Versprechen gegeben und erfüllen sie nicht.

 

„Wir haben das Wort nicht gehalten, das ist das Problem unseres Gewissens“, sagte er.

 

Laut dem Premier macht die ungarische Regierung mehr als sie sagt, um die Situation in der Ukraine zu regeln, um die ungarische Minderheit und alle Hilfsbedürftigen zu unterstützen und um eine Visafreiheit für ukrainische Staatsbürger zu erreichen.

 

Im ukrainischen Gebiet Karpaten, das viele Jahrhunderte lang zu Ungarn gehörte, leben 150.000 ethnische Magyaren. Sie sind nach den Ukrainern die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe in dem Gebiet, so EADaily. Viele von ihnen, die in einem Gebiet 50 Kilometer vor der Grenze wohnen, bekommen ungarische Pässe, geben die ukrainische Staatsbürgerschaft jedoch nicht auf, obwohl die Doppel-Staatsangehörigkeit in der Ukraine durch die Verfassung verboten ist. Im Gebiet Karpaten gewannen die ethnischen Ungarn mit Unterstützung Budapests bei den Lokalwahlen.