Die türkische Regierung empfängt seit der Armenien-Resolution des Bundestags den deutschen Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, nicht mehr, wie die FAZ berichtet.

 

Botschafter Martin Erdmann bekomme seit dem Bundestagsbeschluss im Juni keine Termine mehr — weder im türkischen Außenministerium noch in anderen Regierungsstellen. Anfragen würden nicht beantwortet, so die FAZ mit Verweis auf die dpa in Ankara. Deutsche Diplomaten unterhalb der Botschafterebene erhielten zwar gelegentlich noch Termine. Außenminister Mevlüt Cavusoglu persönlich müsse aber jedes einzelne Treffen billigen.

 

Nach der Bundestagsresolution zum Völkermord an den Armeniern hat die türkische Regierung Maßnahmen gegen Deutschland angekündigt und einen „Aktionsplan» vorbereitet. Die Türkei zog ihren Botschafter aus Berlin zu Beratungen ab und verweigerte einem Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums und Parlamentariern einen Besuch von Bundeswehr-Soldaten auf dem Stützpunkt Incirlik.

 

Am 2. Juni hatte der Bundestag die von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Resolution über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 101 Jahren angenommen, bei denen Schätzungen zufolge bis zu 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich getötet wurden. Die Türkei hat das bedauert, bestreitet aber, dass es sich um einen Völkermord gehandelt habe.