Die Probleme, die bei der Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik in der Türkei im Zusammenhang mit dem Umsturzversuch entstanden sind, rechtfertigen die Ausgaben der USA für Flugzeugträger, wie der Ex-Admiral der US-Marine Peter Daly in einem Sputnik-Interview sagte.

 

Eine Gruppe türkischer Militärs hatte in der Nacht zum 16. Juli einen Putschversuch unternommen. Die Nutzung der US-Luftbasis im Süden der Türkei wurde kurz danach eingestellt.

 

„Eine Alternative (zu den Flugzeugträgern – Anm. d. Red.) sind festgelegte Standorte an Land, die sehr teuer und angriffsgefährdet sind. Die Möglichkeit ihrer Nutzung ist von Zeit zu Zeit in Frage gestellt“, sagte Daly und fügte hinzu, dass der faktische Verlust der Basis Incirlik ein Beispiel für eine solche Situation geworden sei.

 

Ein weiteres Beispiel für Unbequemlichkeiten bei der Nutzung von Landstützpunkten sind Daly zufolge die Verzögerungen beim Erhalt der Bewilligung für deren Nutzung.

 

„Das beste Zeugnis dafür, warum sie (Flugzeugträger — Anm. d. Red.) benötigt werden, tauchte auf, als wir die Operation gegen (die Terrororganisation – Anm. d. Red.) „Islamischer Staat“ im August 2014 in aller Eile durchführen mussten, als die Kämpfer am Stadtrand von Bagdad waren“, sagte er.

 

Daly zufolge wurde die erste Starterlaubnis für die Flugzeuge erst 54 Tage nach der Anfrage erhalten.

 

Derzeit arbeiten US-Militärs an den neuen Flugzeugträgern CVN-78 weiter. Die Indienststellung wurde wegen Störungen im Startsystem und anderer technischer Probleme mehrmals verschoben.

 

Die Air Base Incirlik ist ein Nato-Stützpunkt rund zwölf Kilometer östlich von Adana im Süden der Türkei. Eigentümer ist die türkische Luftwaffe, größter Nutzer ist aber die US Air Force (USAF), die hier nach dem 11. September 2001 ihr wichtigstes Drehkreuz zur Versorgung der US-Streitkräfte im Irak und in Afghanistan eingerichtet hatte. Zurzeit nutzt die US-geführte Koalition Incirlik für ihre Angriffe gegen die Terrormiliz Daesh („Islamischer Staat“, auch IS). Auch Bundeswehr-Soldaten und deren Ausrüstung sind dort stationiert.