Rund 80.000 orthodoxe Gläubiger aus mehreren Regionen der Ukraine haben sich am Mittwoch vor der Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale des Kiewer Höhlenklosters eingefunden. Im Vorfeld des 1.028. Jahrestages der Taufe der Kiewer Rus soll ein feierlicher Gottesdienst zelebriert werden.

 

Die Botschaft der Märsche war Frieden und eine Demonstration für ein Ende des Bürgerkriegs in der Ukraine. Auf ihrem Weg nach Kiew wurden die Marschierenden immer wieder von Nationalisten gestört, beschimpft und sogar angegriffen. Deshalb waren Berichten zu Folge heute 6.000 Sicherheitskräfte in Kiew eingesetzt, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.

 

Zuvor hatten ukrainische Nationalisten mit einer Blockade der Prozession gedroht. Am Dienstag wurde die Prozession unweit der Hauptstadt von der Polizei vorübergehend gestoppt, weil entlang der Route Minenattrappen und echte Sprengsätze gefunden wurden. In Kiew mussten am Mittwoch etwa 100 Pilger wegen extremer Hitze in der ukrainischen Hauptstadt medizinisch behandelt werden.

 

 
Der Feiertag der Taufe der Rus wurde 2008 in der Ukraine und 2010 in Russland eingeführt. Dabei wird auch des Kiewer Großfürsten Wladimir gedacht, der sich am 28. Juli 988 nach byzantinischem Ritus hatte taufen lassen und das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Die Kiewer Rus gilt als Vorläuferreich Russlands, der Ukraine und Weißrusslands.

 

Der von der Ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats organisierte Kreuzzug von Frieden, Liebe und Beten für die Ukraine begann am 3. Juli im Heiligen Himmelfahrtskloster von Swjatogorsk im Osten und am 9. Juli im Heiligen Himmelfahrtskloster von Potschajew im Westen des Landes. Die beiden Prozessionen trafen sich am Vortag in Kiew.