Der PiS-Chef und ehemalige Premierminister Polens, Jaroslaw Kaczynski, will kein Referendum über den EU-Austritt. Trotz aller Kritik an der EU seien die Polen dennoch «überzeugte Europäer».

 

Polens Chef der Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hat ein Referendum zum EU-Austritt seines Landes ausgeschlossen. «Das hätte keinerlei Sinn. 90 Prozent der Bürger wären gegen einen Austritt», sagte Kaczynski gegenüber der «Bild»-Zeitung.

 

«Wir Polen sind und bleiben überzeugte Europäer», betonte der ehemalige Ministerpräsident, mahnte aber zugleich, die richtigen Lehren aus dem Austritt der Briten zu ziehen. «Der Brexit war ja kein Unfall der Geschichte. Er hat uns gelehrt, wo die wahren Probleme der EU liegen. Und wenn wir die nicht lösen, werden wir auch die anti-europäischen Strömungen in vielen EU-Ländern nicht verhindern sondern bestärken.»

 

Europa sei aus Sicht der Polen eine Gemeinschaft der Vielfalt von Nationen:

 

«Kein Einheitsbrei. In der Vielfalt unserer Kulturen liegt Europas größter Schatz. Diesen Schatz müssen wir bewahren. Und jeder Eingriff der Politik, der diese Vielfalt schmälert, macht Europa ärmer.» Im Bezug auf den Austritt der Briten aus der EU habe er noch immer einen Traum: «Dass die Briten sehen, dass sich die EU ändert und sie sich umentscheiden. Und dann in der EU bleiben oder in die EU zurückkehren. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.»

 

 

Quelle: Contra Magazin