Die Seestreitkräfte Russlands sollen eine spezielle Eisbrecher-Flotte zum Schutz der arktischen Küste bekommen, wie die Zeitung „Iswestija“ berichtet.

 

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Der Atomeisbrecher „Jamal“ in der Karasee während der größten arktischen Expedition in den letzten 20 Jahren – „Kara-Winter 2015“.

 

Russland werde eine Flotte von Militär-Eisbrechern und Angriffsschiffen der Eisklasse bauen, die Artillerie und Raketen tragen können, sagte Waleri Polowinkin, der Berater des Generaldirektors des Krylow-Zentrums, gegenüber „Iswestija“. Beim jüngsten Landungsmanöver der Marine auf der Insel Kotelny habe sich herausgestellt, dass die üblichen Kriegsschiffe nicht für einen Einsatz in der Arktis geeignet seien, da die Bordwände keinen Schutz vor dem Eis gewährleisteten.

 

Im Krylow-Zentrum, dem potentiellen künftigen Produzenten, sei man überzeugt, dass der neue Militär-Eisbrecher die Charakteristika des Eisbrechers LK-110Ja „Leader“ haben wird. Den Antrieb sollen Atomreaktoren der neuen Generation RITM-400 mit einer Kapazität von jeweils 60 Megawatt gewährleisten. Ein solches Schiff werde bis zu zwei Meter dickes Eis zerbrechen und dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 14 Knoten erreichen können. Bei geringerer Geschwindigkeit werde es gar durch viereinhalb Meter dickes Eis bohren können.

 

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Der russische Atomeisbrecher „50 Jahre des Sieges“ unterwegs zum Nordpol.

 

Der „Leader“ ist ein neuer russischer Atomeisbrecher, der ganzjährig nicht nur auf dem Nördlichen Seeweg, sondern auch in den nördlichen Breitengraden der Arktis einsetzbar ist. Im Jahr 2015 wurde dieser Eisbrecher entworfen, nun geht es um die technische Umsetzung. Wie der Präsident der Vereinigten Schiffbau-Korporation, Alexej Rachmanow, sagte, wird die Projektierung des Schiffs etwa eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen.

 

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Der russische Eisbrecher „Rossija“ kehrt mit Mitgliedern der Polarexpedition an Bord in den Hafen Murmansk zurück.

 

 

Im Krylow-Zentrum stünden die Ingenieure nun vor der Aufgabe, Kriegsschiffe der Eisklasse zu entwickeln, die fähig sind, im Verband mit Eisbrechern zu agieren, da auf Letzteren aufgrund ihrer Rumpfkonstruktion unmöglich Waffen installiert werden können.

 

Quelle: Sputnik