Nach einer Pause nehmen Russland und die Türkei die Verhandlungen zum Gas-Pipelineprojekt Turkish Stream wieder auf. Jetzt sind zwei Stränge mit einer Leistung von jeweils 15,7 Milliarden Kubikmetern im Gespräch, wie der russische Energieminister Alexander Nowak mitteilte.

 

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„Die Türkei ist daran interessiert, Erdgas direkt zu beziehen – ohne Umweg durch Transitstaaten“, sagte Nowak am Freitag dem russischen Fernsehsender Rossija-24.

 

Dafür sei ein Strang mit einer Leistung von 15,7 Milliarden Kubikmetern allein für die türkischen Verbraucher vorgesehen. Darüber hinaus sei ein zweiter Strang im Gespräch – für die Kunden in Südwesteuropa. Dieser könnte auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlegt werden und durch die Türkei führen.
Russland und die Türkei hatten sich Ende 2014 auf den Bau einer Gaspipeline auf dem Grund des Schwarzen Meeres geeinigt.

 

Diese war als Ersatz für das russisch-europäische Projekt South Stream gedacht, das am Widerstand der EU-Kommission gescheitert war. Das neue Projekt Turkish Stream wurde auf Eis gelegt, nachdem die Türkei im November 2014 einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte, der Angriffe gegen die Terrororganisation Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) in Syrien geflogen hatte.

 

Der Abschuss belastete die bilateralen Beziehungen der beiden Staaten schwer. Russland verhängte Sanktionen gegen die Türkei. Seit Juni 2016 sind beide Staaten wieder auf Normalisierungskurs, nachdem sich Erdogan formell für den Abschuss des Jets und den Tod des Piloten entschuldigt hatte. Erdogan wird Anfang August zu Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin nach Russland kommen.