Unbekannte Hacker haben das PC-Netz des Wahlstabes der US-Präsidentenkandidatin Hillary Clinton von der Demokratischen Partei bereits zum dritten Mal geknackt. Das Justizministerium in Washington leitete Ermittlungen ein, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

 

Dass auch die Justizbehörde in Ermittlungen eingestiegen sei, zeuge nach Ansicht der Administration von Präsident Barack Obama davon, dass an der Attacke ein anderer Staat beteiligt gewesen sein könnte, hieß es. Die US-Aufklärung sprach erneut von „russischer Spur“. Die Ermittler gehen davon aus, dass die jüngste Cyberattacke von russischen Geheimdiensten durchgeführt wurde, wie die „New York Times“ schreibt. Hinter der Attacke dürfte die Hackergruppe Fancy Bear stehen, der Kontakte zur russischen Militäraufklärung GRU nachgesagt würden, hieß es.

 

In Clintons Umgebung wurde die Überzeugung geäußert, dass Russland mit solchen Handlungen versuchen will, die US-Präsidentenwahl zu manipulieren. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in einem Reuters-Interview, er schließe völlig aus, dass die Regierung Russlands oder deren Einrichtungen mit der Attacke zu tun hätten. Nach den ersten Attacken auf die Datenbank der US-Demokraten hatte Peskow erklärt, dass Moskau „jegliches Handeln vermeidet, das als eine Einmischung in den Wahlprozess in anderen Ländern ausgelegt werden könnte“.

 

Bereits nach der zweiten Hackerattacke auf die Demokraten hatte Clintons Rivale Donald Trump gesagt, dass die Hysterie über die Offenlegung der geknackten Daten ein Ablenkungsmanöver der Demokraten selbst war. „Wir gehen davon aus, dass der Nationale Ausschuss der Demokratischen Partei das organisiert hat, um die Aufmerksamkeit von ihrer geschädigten Kandidatin und einer Nulpe als Parteichefin abzulenken“, erklärte Trumps Wahlstab.

Die Chefin des Nationalen Ausschusses der Demokratischen Partei,  Debbie Wasserman Schultz, musste am 24. Juli zurücktreten, nachdem das E-Mail-System der Parteileitung gehackt worden war. Aus den von WikiLeaks offengelegten elektronischen Briefen geht hervor, dass der Parteiapparat die Vorwahlen der Amtsbewerberin Clinton zum Nachteil ihres Rivalen Bernie Sanders unterstützt hatte. Auch damals machten die US-Behörden russische Hacker für die Attacke verantwortlich.

 

Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow hatte am Donnerstag erklärt, die Versuche der USA, Russland die Schuld für diese Hackerattacken in die Schuhe zu schieben, zeugten von einer Atmosphäre allgemeiner Hysterie in den Machtetagen der USA. „Umtriebe Russlands“ seien jetzt ein absolutes Topthema in den politischen Kreisen in Washington – wie zu Zeiten des Kalten Krieges.

 

Rjabkow erinnerte daran, dass die Hysterie über die „rote Gefahr“ in den 1950er Jahren derart ausuferte, dass ein Kongressabgeordneter aus dem Fenster mit dem Ruf „Die Russen kommen!“ gesprungen war. „Ich hoffe, dass es im Weißen Haus, im Kongress und in der Leitung der Demokratischen Partei diesmal nicht dazu kommen wird“, sagte der russische Minister.

Der Zeitung „Washington Post“ zufolge haben Hacker bereits seit etwa einem Jahr Zugang zum E-Mail-Server der Demokraten gehabt. Es gehe um eine Form der Spionage. Die russische Seite versuche zu verstehen, wie US-amerikanische Institute funktionierten, schrieb das Blatt. Im vergangenen Jahr war das Pentagon-Netz gehackt worden. Die USA machten China für die Attacke verantwortlich.

 

Quelle: Sputniknews