Nur wenige Tage nach dem Mord an einem Priester bei der Geiselnahme in einer Kirche in der französischen Normandie-Stadt Saint-Étienne-du-Rouvray hat ein Flüchtling einen Geistlichen überfallen, diesmal in Belgien. Dies berichtet der Fernseh- und Radiosender RTL.

 

Laut Medienberichten soll ein Mann, dessen Identität bisher nicht klar ist, bei dem 65-jährigen Geistlichen George Wanderley in der belgischen Provinz Limburg angeklopft und gebeten haben, ihn duschen zu lassen.

 

Der Geistliche habe ihm erlaubt, sein Haus zu betreten. Der Flüchtling soll dann Geld von ihm verlangt haben. Als der Geistliche die Bitte verweigerte, verletzte der Flüchtling ihn mit mehreren Messerstichen und flüchtete. Wanderley konnte den Notarzt alarmieren. Er wurde bereits operiert und ist außer Lebensgefahr.

 

Die Staatanwaltschaft von Limburg ermittelt zurzeit in diesem Fall. Die Behörden gehen nicht von einem Terrorangriff aus.

 

„Obwohl wir sehr erschüttert sind, müssen wir betonen, dass der Überfall in diesem Ermittlungsstadium nicht mit Terrorismus in Zusammenhang gebracht werden kann“, sagte der Bürgermeister der Stadt Lanaken, Marino Keulen.

Am vergangenen Dienstag hatten zwei mit Messern bewaffnete Männer in einer Kirche in der französischen Normandie fünf Menschen als Geiseln genommen. Die Geiselnehmer wurden von Polizisten erschossen. Unter den Geiseln waren der Priester, zwei Nonnen und zwei Kirchgänger. Französischen Medienberichten zufolge soll einer der Geiselnehmer dem 86-jährigen Priester die Kehle durchgeschnitten haben.