In Berlin wurde unter dem Motto «Merkel muss weg!» demonstriert. Doch wer glaubt, mit dem Austausch einer Person wäre die Sache erledigt, der irrt gewaltig. Das ganze transatlantische Netzwerk muss in die Grenzen gewiesen werden.
 

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für viele Deutsche nicht gerade eine Sympathieträgerin. All die Jahre, in denen sie nun schon als «Geschäftsführerin» tätig ist, hat sie treu und brav die Agenden ihrer «Investoren» erledigt. Ganz so, wie es für die Unionsparteien üblich ist, die ihre transatlantische Ausrichtung nie verhehlt haben. Das Wohl der Menschen in Deutschland? Dies ist nur in Wahlkämpfen und bei öffentlichen Reden ein verbales Thema – dem in der Regel kaum entsprechende Taten folgen.

 

Die Losung «Merkel muss weg!», welche eben erst wieder in Berlin skandiert wurde, ist zwar nicht falsch, aber auch nicht wirklich richtig. Denn die Bundeskanzlerin ist nur eine Person in einem Netzwerk, die jederzeit ersetzt werden kann. Wenn Merkel tatsächlich zurücktritt – wer wird ihr folgen? Etwa Kriegsministerin Von der Leyen? Wolfgang «die schwarze Null» Schäuble? Vor allem jedoch: Würde sich damit tatsächlich etwas ändern? Wohl kaum.
 

Wer nach einem Rücktritt Merkels ruft, reiht sich damit lediglich in die Riege der Symptombekämpfer ein. Denn die Bundeskanzlerin ist ja nicht das eigentliche Problem, sondern nur ein sichtbares Zeichen für die ganze systematische Problematik, welches die bundesdeutsche Politik prägt. Im Grunde genommen müsste man als Gegner der herrschenden Politkaste dem türkischen Präsidenten Erdogan ja eigentlich sehr dankbar sein – immerhin zeigt er vor, wie man gegen einen «tiefen Staat» vorgeht, wenn man erst einmal dazu in der Lage ist, den Staatsapparat vor schädlichen Einflüssen zu säubern.

 

Von Marco Maier