Elf entlaufene Soldaten einer türkischen Spezialeinheit, die beim versuchten Staatsstreich das Hotel in Marmaris, in dem Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Urlaub abgestiegen war, angriffen, sind in der Nacht auf Montag festgenommen worden, meldet die Agentur Anadolu. Die Polizei beschlagnahmte dabei vier Pistolen.

 

Die Festnahme der Angehörigen einer türkischen Spezialeinheit erfolgte in der Nacht auf Montag in der südwestlichen Provinz Muğla, nachdem Anwohner die Putschisten entdeckt und die Polizei alarmiert hatten. Der Agentur zufolge waren bei dem Einsatz Schüsse zu hören.

 

Laut einem Verdächtigen, einem Offiziersschüler der Militärakademie in Istanbul, planten die Putschisten, den Präsidenten lebend zu ergreifen. Der Befehl dazu sei von einem Kommilitonen, Kapitän Ismail Yigit, gekommen. Später sei dem Offiziersschüler und 13 weiteren Soldaten mitgeteilt worden, dass der Generalsstabschef den Befehl zur Festnahme Erdogan erteilt hatte.

 

In der Nacht zum 16. Juli hatte eine Gruppe türkischer Offizier einen Umsturzversuch unternommen, der jedoch von den Behörden unterbunden wurde. Laut jüngsten Angaben waren bei der Auseinandersetzung, die sich hauptsächlich in Istanbul und Ankara abgespielt hatte, 246 Menschen — die Rebellen nicht mitgerechnet — ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt.