Als Kriegsreporter in der Ostukraine machte sich der britische Journalist Graham W. Phillips einen Namen als freier Journalist. Zahlreiche Reportagen über den Krieg im Donbass veröffentlichte der ehemalige Reporter von RT international. In Deutschland besuchte Phillips das „gemeinnützige Recherchezentrum“ Correctiv in Berlin.
 

 
Seit Samstag schnuppert der der britische Reporter Berliner Luft und machte sich ein Bild von der Berliner Prostestkultur, wobei er eifrig filmte und dem Volk aufs Maul schaute. Contra Magazin berichtete am Sonntag über die Anti-Merkel-Demonstration. Nun wollte Phillips seine Kollegen von Correctiv kennenlernen. Alleine schon die Tatsache, dass die Berliner Kollegen von der Lage im Donbass bei ihrer Ukraine-Berichterstattung ein anderes Bild zeichnen als es der britische Kollege vor Ort tut, ist schon Grund genug sich mal fachlich auszutauschen. Das Verhalten der Berliner Kollegen war dann doch nicht die feine englische Art, wie man auf dem Video sehen kann.
 

 

Wer sich jetzt fragt, was Correctiv ist, kann sich auf der Internet-Seite ein Bild machen. Man präsentiert sich dort als das erste „gemeinützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum“ und man will jedem Bürger Zugang zu Informationen geben. Wahrscheinlich liegt die Betonung auf „Bürger“ und seit dem Brexit scheinen Briten für die Damen und Herren aus Berlin keine „EU-Bürger“ mehr zu sein. Finanziert werden die Journalisten von der Essener Anneliese-Brost-Stiftung, deren Name an die Verlegerin, Milliardärin und Mäzenin aus dem Ruhrgebiet erinnern soll, die im Jahre 2010 verstorben ist.

 

Die Berliner Tageszeitung taz.de bekam bereits im letzten Jahr zu spüren, dass das Recherchezentrum nicht sonderlich offen für Kritik ist, nachdem andere andere große Medienhäuser hingegen die bislang größte Recherche von Correctiv ohne Beanstandung übernommen haben soll. Der frechen taz antwortete das junge Berliner Team noch am gleichen Tag. Bemerkenswert war das Schlusswort des Correctiv-Journalisten:“Wir recherchieren langfristig zu resistenten Keimen“ — eine wohl langfristig kritikresistente Keimzelle oder wie darf man das nun verstehen ?
 
Von Christian Lehmann