Ukrainische Nationalisten haben am Dienstag in Kiew versucht, ein Gerichtsgebäude zu stürmen. Dabei sind 27 Polizeikräfte verletzt worden, wie der Leiter der Kiewer Polizeidirektion, Andrej Krischtschenko, gegenüber dem TV-Sender „112 Ukraina“ mitteilte.

 

An dem Tag sollte der Fall der aufgelösten Spezialeinheit „Tornado“ verhandelt werden, hieß es. Dutzende Anhänger und Mitglieder der nationalistischen Bataillone „Donbass“ und „Aidar“ hätten sich am Gerichtsgebäude versammelt, um ihre Solidarität mit den Angeklagten zu bekunden. Als sie versuchten, in das Gebäude einzudringen, kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei.

 


 

„Infolge dessen mussten fünfzehn Nationalgardisten und zwölf Polizisten wegen Tränengasvergiftungen medizinisch versorgt werden“, so der Kiewer Polizei-Chef. „Die Polizei und die Nationalgarde haben kein Tränengas eingesetzt“, betonte er gleichzeitig.

 

Die Staatsanwaltschaft habe gegen die Unruhestifter Anklage wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt erhoben.

 


 
Die Mitglieder der Kompanie „Tornado“, darunter ihr Kommandeur Oleg Onischtschenko, waren im Juni 2015 festgenommen worden. Einen Monat später hat der ukrainische Innenminister Arsen Awakow die Einheit aufgelöst.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft der „Spezialeinheit“ vor, von Dezember 2014 bis Juni 2015 eine Reihe von Verbrechen im Gebiet Lugansk begangen zu haben, darunter Gründung einer kriminellen Vereinigung, Missbrauch der Amtsgewalt und Widerstand gegen die Staatsgewalt.