Anfang August findet in Sankt Petersburg ein Treffen des Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin statt, das die Wende Ankaras in Richtung Moskau einläuten wird, schreibt das US-Magazin „Foreign Policy“.

 

Es gibt ausreichend Gründe für eine Annäherung, allerdings ist der Hauptgrund die Wiederherstellung der Positionen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Früher war er eines der größten Hindernisse auf dem Weg der Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und Russland. Nach dem Vorfall mit dem russischen Kampfjet im November erreichten sie ihren Tiefstand.

 

Die Situation in Syrien änderte sich maßgeblich, als die russisch-syrische Offensive die Türkei vom Norden des Landes isolierte. Derzeit läuft die Operation in Aleppo. Selbst der sture Erdogan kann die Tatsache nicht ignorieren, dass Assad noch lange an der Macht bleiben wird.

 

Erdogan versucht, die Kooperation mit Russland in anderen wichtigen Bereichen wiederaufzunehmen. So will er die kurdische Arbeiterpartei PKK und die Demokratische Union zerschlagen und hält es deshalb für notwendig, ihnen die internationale Unterstützung zu entziehen, insbesondere seitens der regionalen Verbündeten Russland und Iran.

 

Laut „Foreign Policy“ ist in Sankt Petersburg ein Deal möglich – Russland enthält sich der Unterstützung der Parteien, die ein zunehmend größeres Problem für Ankara vor dem Hintergrund der sinkenden Kampfbereitschaft der Armee darstellen. Im Austausch dafür wird die Türkei in Bezug auf die Handlungen Assads ein Auge zudrücken.

 

Die Folgen des Putschversuchs lassen Ankara immer weiter vom Westen abrücken und in Richtung Russland bewegen, heißt es in dem Artikel. Putin kritisierte im Unterschied zu den US-Behörden das Vorgehen Erdogans nicht, die die Säuberungen kritisieren und Ankara mit Entzug der Nato-Mitgliedschaft drohen.

 

Um die Türkei von der Annäherung mit Russland abzuhalten, müssten die USA nicht nur das Problem des Islamischen Staates, sondern auch strategische Interessen der Türkei in Syrien berücksichtigen sowie die Kritik an Erdogan mildern. Dem Magazin zufolge sollten die US-Behörden die demokratisch gewählte Regierung der Türkei unterstützen, indem Erdogan inoffiziell aufgerufen wird, sich maßvoll bei den Säuberungen zu verhalten. Die jetzige Position schafft allerdings das Risiko, nicht nur einen der wichtigsten Nato-Verbündeten zu vergraulen, sondern auch ihn direkt in die Arme Russlands zu treiben.

 

Zuvor war mitgeteilt worden, dass Erdogan bei dem Treffen mit Putin die Beziehungen zwischen den Ländern nach dem Abschuss des Su-24-Kampfjets besprechen will.