Über die Herkunft der Quelle von WikiLeaks wird auch in hiesigen Medien wild spekuliert. Viele beschuldigen Hacker oder Geheimdienste aus Russland. Andere gehen davon aus, dass der amerikanische Geheimdienst dahinter stecke. In Washington wurde im vergangenen Monat der Datenanalyst und Demokrat Seth Rich getötet, der möglicherweise die Mails an WikiLeaks weitergab.
 

Über die WikiLeaks-Enthüllungen, die US-Präsidentschaftskadidatin Hillary Clinton belasten, wurde hier berichtet. Auch in den westlichen Leitmedien wurde berichtet, wobei der Schwerpunkt mehr auf die Quelle von WikiLeaks lag, nachdem die Transparenz-Plattform am 22 Juli fast 20.000 E-Mails der Demokraten öffentlich zugänglich machte. Natürlich wollte man gerne Russland – wie inzwischen für alles – verantwortlich machen. Assange bemängelte allerdings , dass man kein Agent sein muss, um an die Mail zu kommen, da die Server der Demokraten jahrelang aufgrund von Sicherheitsmängeln leicht zu hacken gewesen wären.
 

 

Dennoch für die meisten westlichen Medien an der Kreml-Theorie zu zweifeln. Die Begründung hierfür ist einfach: Der Kreml wünscht sich Donald Trump als nächsten US-Präsidenten, da man sich mit ihm ein besseres Verhältnis erhofft. Vom amerikanischen Geheimdienst NSA bis hin zum russischen Geheimdienst NSA gab es viele Theorien und dazu noch die passenden Erklärungen. Weniger ging es um die Möglichkeit, dass die Quelle aus den Reihen der Demokraten stammen könnte, wo sich in Washington zwei Wochen zuvor ein ungeklärter Mord ereignete.
 
 

 

Der Datenspezialist der Demokraten Rich wurde in Washington mit mehren Schüssen in den Rücken getötet. Und bereits vor den Enthüllungen gab es eine Reihe von Erklärungen nach dem Grund. Selbst Clinton soll über diesen Mord bestürzt gewesen sein, nachdem sie vom Tod ihres Mitarbeiters erfahren haben soll. Sie soll ihn auch persönlich gekannt und geschätzt haben, wobei hier aber auch gesagt sei, dass Clinton für ihre Interessen auch über Leichen geht und sich der Mord auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, den Vereinigten Staaten von Amerika, ereignete.
 
Unbeschadet der Äußerung zu Assange im Hinblick auf die Sicherheitslücken im Server könnte die Expertise von Rich dafür sprechen, dass er der Maulwurf bei den Demokraten sein könnte. Als Datenanalyst bei den Demokraten hatte er nicht nur Zugang zu den Mails, sondern war auch in der Lage die Sammlung von fast 20.000 Mails in einem Datensatz aufzubereiten. Immerhin ist es ein Kernbereich von Big-Data, solche Sammlungen zu erstellen.
 

 

Bislang ist der Mord noch nicht geklärt, allerdings gehen nun einige amerikanische Quellen auch davon aus, dass er in Verbindung mit den jüngsten Enthüllungen auf der Plattform zu tun haben könnte, die bereits im März über 30.000 private E-Mails der Demokratin Clinton veröffentlichten. Wie wir wissen, werfen beide Sammlung nicht unbedingt ein gutes Licht auf Frau von Ex-Präsident Bill Clinton, da sowohl weitere Beweise für ihre aggressive Außenpolitik offengelegt wurden, also Verbindungen zu Geschäftsleuten, die unter anderem finanziell islamistische Organisationen wie ISIS unterstützten.

 

 

WikiLeaks soll selbst gesagt haben, dass die Mails aus den Reihen der Demokraten stammen sollten, womit die oben genannten Spekulationen obsolet wären. Aber ein Name wurde natürlich nicht genannt, um nicht das Leben von Whistleblowern zu gefährden. Über die Theorie, dass Rich der Whistleblower gewesen sein soll, spekulieren seit zwei Wochen überwiegend Anhänger von Donald Trump.
 

Der Whistleblower Julian Assange wurde für den neusten Leak von verschiedenen westlichen Medien ungewohnt scharf kritisiert. Ihm wird vorgeworfen, dass er einen persönlichen Rachefeldzug gegen Clinton führe, nachdem er mehrmals seine Abneigung gegen die US-Demokratin vor Medien wiederholt äußerte. Insgesamt sprechen viele Indizien für die Vermutung, dass der tote Demokrat der Maulwurf sein könnte, was auch die zahlreichen Spekulationen über den Fall erklären wurde. Und das Konglomerat von Erklärungsversuchen und Spekulationen kann ein Indiz dafür sein, dass man einen Racheakt aus Reihen der Demokraten unter Verweis dieser vielen Erklärungen glaubhaft abstreiten möchte.

 

Von Christian Lehmann