Eine Polizeiwache in der US-Metropole Chicago hat ein Video veröffentlicht, auf dem ein Beamter nach einer Verfolgungsjagd einem unbewaffneten schwarzen Teenager in den Rücken schießt und ihn damit tötet. Dies berichtet unter anderem der Sender CNN.

 

Der Vorfall habe sich am 28. Juli ereignet. Die beteiligten Polizisten sind nach Medienberichten vom Dienst suspendiert worden; die Ermittlungen sind in vollem Gange.
 

 

Das Video wurde von Kameras am Körper der Polizeibeamten und auf den Armaturenbrettern der Streifenwagen aufgenommen.

 

Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Polizisten bei einer Verfolgungsjagd auf ein als gestohlen gemeldetes Auto feuern. Sekunden später kollidiert das Auto mit einem Streifenwagen, der Fahrer – der 18-jährige Paul O’Neal – springt heraus und flieht. Man hört Schüsse und dann ist zu sehen, wie die Polizisten sich um den am Boden liegenden Teenager versammeln.

 

Die tödlichen Schüsse selbst seien nicht aufgezeichnet worden, weil die Körperkamera des Schützen entweder ausgeschaltet wäre oder nicht funktionierte, so der CNN-Bericht.

 

Michael Oppenheimer, ein Vertreter von O’Neals Familie, kommentierte laut CNN, das, was er auf dem Video gesehen habe, sei „Straßengerechtigkeit“, bei der die Polizei als „Richter, Geschworere und Henker“ auftritt. Zwar habe er die frühe Veröffentlichung des Videos gelobt, doch sollte ein Sonderstaatsanwalt in dem Fall ermitteln.

 

Oppenheimer zufolge hat ein Polizeibeamter auf dem Video gesagt: „F***, nun werde ich für 30 Tage suspendiert.“

 


 
Anfang Juli waren in den Bundesstaaten Minnesota und Louisiana binnen nur 48 Stunden zwei Schwarze von Polizisten erschossen worden. Die beiden Fälle hatten zu einer beispiellosen Gewaltwelle gegen die Polizei geführt.
 
Am 17. Juli hatte ein Schütze in Baton Rouge drei Polizisten erschossen und weitere drei verletzt. Der Täter selbst wurde bei einem Schusswechsel getötet.
 
Bei Anti-Rassismus-Protesten am 14. Juli in Dallas (Staat Texas) waren fünf Polizeibeamten getötet worden. Mehrere Heckenschützen hatten auf insgesamt elf Polizisten geschossen. Mindestens sieben Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt.