In Afghanistan haben die Terrororganisationen IS („Islamischer Staat“, auch Daesh) und die Taliban eine „regionale Waffenruhe“ geschlossen, um gemeinsam gegen die US- und Regierungstruppen vorzugehen, berichtet die Zeitung „The Wall Street Journal“ (WSJ).

 

Zuvor hatten die beiden Gruppierungen einen erbitterten Kampf gegeneinander geführt.

 

„Die afghanische Armee und die von den USA geführte Koalition haben diesen Konflikt ausgenutzt und die Terroristen an einigen Stellen gleichzeitig angegriffen, um die von ihnen besetzten Gebiete zu erobern“, so der WSJ-Bericht.

 

Die „Waffenruhe“ zwischen Daesh und Taliban dauert schon seit mehreren Monaten an, informiert die Zeitung unter Berufung auf eigene Quellen aus der Regierung Afghanistans.

 

Zuvor hatte der Ex-Präsident des Landes, Hamid Karsai, in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ gesagt, die Präsenz der von den USA geführten Koalition in Afghanistan sei nutzlos, denn das westliche Militär helfe in keiner Weise im Kampf gegen die radikalen Taliban.

 

Anfang Juni hatte US-Präsident Barack Obama den amerikanischen Truppen in Afghanistan größere Befugnisse im Kampf gegen die radikale Bewegung der Taliban zugesprochen.

 

Die Taliban waren 1994 in Afghanistan von Mullah Mohammed Omar als radikal-islamische Miliz gegründet worden. Die Bewegung ist in vielen Ländern, darunter auch Russland, als terroristische Vereinigung verboten.