Verteidigungsbehörden mehrerer Länder haben Russland und der Bevölkerung der durch Terroristen belagerten Viertel Unterstützung bei der humanitären Operation in der syrischen Stadt Aleppo angeboten, wie es aus dem russischen Verteidigungsministerium heißt.

 

Demnach gibt es „konkrete Vorschläge“. Das russische Militär habe sich bereits bei China und Serbien bedankt, die als Erste eine Erweiterung der humanitären Operation initiierten. Zudem hoffe das Ministerium auf weitere Zusammenarbeit mit den Verteidigungsbehörden beider Länder. In der Erklärung heißt es außerdem, Moskau habe direkt nach Beginn der humanitären Operation sowohl den USA als auch „den meisten Ländern Europas und Asiens“ vorgeschlagen, sich der Aktion anzuschließen.

 

Militärexperten aus Russland und den USA erörtern derweil in Genf Möglichkeiten zur Festigung der Waffenruhe in Aleppo, darunter die Einführung eines „Regimes der Stille“ sowie 48-stündiger humanitärer Pausen, wie Russlands UN-Botschafter in Genf, Alexej Borodawkin, erklärte.

 

„Was die Waffenruhe in Aleppo betrifft, so wird diese Frage gegenwärtig zwischen unseren und den amerikanischen Militärs unter Beteiligung von UN-Vertretern erörtert. Die Konsultationen dauern praktisch ununterbrochen an, da es viele Fragen gibt. Es werden diese und andere mit der Festigung der Waffenruhe in Syrien und dem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus verbundene Fragen erörtert“, wird Borodawkin von der Zeitung „Kommersant“ zitiert.

 

Am 28. Juli hatte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärt, dass Russland im Auftrag des Präsidenten Wladimir Putin gemeinsam mit der syrischen Regierung eine großangelegte humanitäre Operation in Aleppo starte. Das russische Zentrum für Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien richtet mittlerweile gemeinsam mit den syrischen Behörden mehrere Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung und auch für Islamisten ein, die in der Stadt ihre Waffen niederlegen wollen.

 

Am 3. August hatten russische Militärs erste Ergebnisse des Funktionierens des humanitären Korridors veröffentlicht. Der Militärbehörde zufolge haben 400 Einwohner die belagerten Stadtviertel von Aleppo bereits verlassen, mehr als 200 Menschen erhielten qualifizierte medizinische Hilfe, 94 Kämpfer haben ihre Waffen niedergelegt.

 

In Syrien tobt seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt zwischen der Regierung und der militanten Opposition. UN-Schätzungen zufolge hat der Bürgerkrieg in Syrien bereits mindestens 250.000 Menschen das Leben gekostet.

 

In der Schlacht um Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens, haben oppositionelle bewaffnete Gruppierungen eine umfangreiche Gegenoffensive gestartet, und die Regierungstruppen des Präsidenten Baschar al-Assad genötigt, zur Verteidigung überzugehen.