Auf einem Wirtschaftsgipfel in Baku haben sich die Staatschefs von Russland, dem Iran und Aserbaidschan darauf geeinigt, den Ausbau eines Nord-Süd-Handelskorridor voranzutreiben. Damit will man vor allem schnellere und effizientere Handelsverbindungen zwischen Europa und Südostasien erreichen. Dies gaben die drei Staatschefs auf einem Treffen in Baku bekannt, der von Medien bereits als historischer Gipfel gefeiert wird. Auch über den Bergkarabach-Konflikt wurde gesprochen.

 

Die drei Länder wollen neue Handelsrouten von St. Petersburg bis nach Indien schaffen, um somit die Realisierung eines eurasischen Wirtschaftsraum einen großen Schritt näher zu kommen. Schiffswege, Bahnstrecken und Autobahnen sollen Europa, den Kaukasus und den Raum um Zentralasien sowie den Nahen Osten miteinander verbinden, wie die iranische Nachrichtenagentur PressTV aus Baku, der Haupstadt Aserbaidschans, berichtet.

 


 

In dieses Transitnetz sollen neben dem Iran, Indien, Russland, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Kigistan, Kasachstan, die Ukraine, die Türkei, Tadschikistan, der Oman, Syrien und Bulgarien integriert werden. Zudem haben sich Russlands Präsident Wladimir Putin, Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew sowie Irans Staatspräsident Hassan Rouhani darauf geeinigt im Erdgasbereich enger zu kooperieren. Auch im Bereich Banken und Aktien will man nach dem Drei-Länder-Gipfel in Baku enger zusammenarbeiten.
 

 
Bereits zuvor berichtete Sputnik international, dass die Beziehungen zwischen Russland und dem Iran deutlich voranschreiten – und zwar im positiven Sinne. Contra Magazin prognostizierte bereits im Juni, dass die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und dem Iran in naher Zukunft deutlich zum positiven entwickeln werden. Das neue Transportprojekt um den Nord-Süd-Korridor umfasst eine Länge von 7.200 Kilometern und verbindet Nordeuropa mit den Golfstaaten sowie mit Indien.

 


 
Auch der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan stand in Baku auf der Tagesordnung. „Aus diesem Konflikt, der uns aus sowjetischer Zeit geblieben ist, sollten beide Völker als Sieger hervorgehen“, sagte Putin auf dem Treffen. Seit April 2016 ist der Konflikt um die abtrünnige Region Bergkarabach wieder entflammt und führte zwischen Armenien und Aserbaidschan zu schweren Kämpfen. Russland sah sich in diesem Konflikt stets als Vermittler und versuchte zwischen beiden Staaten zu schlichten.

 

Von Christian Lehmann