Seit Beginn 2016 wird doppelt so vielen Flüchtlingen wie 2015 die Einreise nach Deutschland verweigert. Außerdem ist die Zahl der Abschiebungen angestiegen, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Dienstag unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

 

So wurde 13.324 Menschen im ersten Halbjahr 2016 entweder an der Grenze oder an Flughäfen die Einreise in die Bundesrepublik verweigert. Die Zahl dieser Fälle ist also doppelte so hoch als die im gesamten Jahr 2015, als es 8913 Zurückweisungen gab.

 

Die meisten Abgewiesenen (10.629 Personen) wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres an der deutsch-österreichischen Grenze gestoppt. Gut ein Viertel der Fälle an der deutschen Grenze machten Afghanen aus — gefolgt von Syrern, Irakern und Iranern. Was die Zurückweisungen an Flughäfen betrifft, so waren die meisten der 2030 Zurückgewiesenen Albaner.

 

Dabei dürfen nicht alle Flüchtlinge, die ins Land hereingelassen werden, auch dort bleiben. So wurden laut dem Innenministerium in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 13.743 Menschen aus Deutschland abgeschoben, wogegen es im gesamten Vorjahr 20.888 waren und 2014 noch 10.884.

 

In 75 Prozent der Fälle war das Ziel der Abschiebungen der Westbalkan, da Albanien, Kosovo und Montenegro im vergangenen Jahr zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt worden waren

.

Im September 2015 hatte die Bundesregierung angesichts der beispielslosen Zahlen einreisender Migranten, darunter auch illegaler, wieder Grenzkontrollen eingeführt. Dem Bundesinnenministerium zufolge waren 2015 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.