Über den Besuch von Graham W. Phillips und Billy Six beim Berliner Recherchebüro Correctiv berichtete Contra Magazin bereits. Inzwischen befindet sich der Brite wieder in Russland und schmunzelt über die Berichterstattung hierzulande über diesen Vorfall. Für den Berliner Six gab es weniger Grund zum Lachen, denn er wurde von Morddrohungen heimgesucht, wie er auf Facebook mitteilte.

 

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Eigentlich wollten beide Reporter nur mit den Berliner Kollegen von Correctiv über die unterschiedlichen Ergebnisse des MH-17-Abschusses in der Ukraine sprechen. Wie das am Ende ausgegangen ist, hat Contra Magazin in drei Artikeln bereits dargestellt. Nachdem Correctiv bereits von den deutschen Leitmedien bereits deutlich Rückenwind erhalten hatte und ihren Standpunkt in vielen Medienportalen bereits zum Ausdruck gebracht haben, wurde es für den Reporter Six richtig hässlich, wie er auf Facebook schreibt.

 

Demnach soll er von einem nächtlichen Anruf eines „Herrn Schröter“ heimgesucht worden sein, der ihm folgende Morddrohung telefonisch mitteilte: „Wenn sie nochmal bei CORRECTIV auftauchen, dann kriegen sie eine Kugel zwischen die Augen, merken Sie sich das!“, soll der Anrufer gegenüber Six gedroht haben, der am nächsten Tag Anzeige bei der Polizei erstattete. Six wurde seinerseits wie Phillips ebenfalls von CORRECTIV wegen Hausfriedensbruchs und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereich durch Bildaufnahmen angezeigt, nachdem sie die Redaktionsräume von Correctiv aufgesucht haben und diesen Vorfall mit einer Kamera festgehalten haben.

 

Der Vorfall sorgte für mächtig Wirbel und sämtliche Medien haben überwiegend zugunsten von Correctiv berichtet, wobei über den Inhalt, die MH-17-Reportage von CORRECTIV, weniger gesprochen wurde. Nachdem sowohl Six als auch Phillips und andere Reporter ihre Einwände in sozialen Medien wie Twitter oder Facebook öffentlich machten, gab das Berliner Recherche-Kollektiv bislang nur einseitige Vorwürfe in Richtung Kritiker ab, indem man eine Richtigstellung auf Facebook abgab.

 


 
In dieser Richtigstellung stand wenig neues drin, nur dass man mit dem Experten Harry Horlings auf einmal doch nicht selbst gesprochen haben wollte, sondern es die Kollegen des Algemeen Dagblad gewesen sein sollten. Zudem verwies man auf einen Untersuchungsbericht von Dutch Safety, der die These von CORRECTIV bestätigen soll, dass die malaysische Boeing nur von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen sein soll. Zudem fühle man sich vermehrt von „Trollen“ belästigt, auf dessen Einwände man nicht mehr eingehen möchte und diese nun blockieren werde. Auf etwaige Widersprüche ging man bislang nicht ein. Bislang nahm man dort auch keine Stellung zu den Morddrohungen gegen den Reporter Six. Was aber nicht ist, kann ja noch werden.
 
In den vielen Interview mit Radio und Fernsehen, sprach man bislang nicht an, dass man mit Six bereits „ausführlich“ über die MH-17-Reportage gesprochen haben soll, wie der Journalist Marcus Bensmann mitteilte. Bislang hieß es nur, dass Six mehrfach via E-Mail die Redaktion von CORRECTIV darauf hingewiesen haben soll, dass Bensmann gegen „journalistische Standards“ verstoßen habe. Wie die Reportage selbst, widerspricht sich CORRECTIV immer wieder selbst, wenn man den Verlauf der ganzen Geschichte aufmerksam folge leistet.
 
Von Christian Lehmann