Der Westen überwacht die Vorgänge in Türkei nach dem Umsturzversuch. Sie befürchten, dass Ankara einen pro-russischen Kurs in der Außenpolitik gehen wird, schreibt die britische Zeitung Financial Times. Insoweit schaut ganz Europa auch beunruhigt auf das Treffen der beiden Staatschefs.

 

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Recep Erdogan wird eine erste Auslandreise nach dem Putschversuch im Juli machen und sendet somit ein deutliches Signal, so der Autor. Anstatt ein Treffen mit den NATO-Partnern zu organisieren, vereinbart der türkische Präsident ein Treffen mit Wladimir Putin.
 
Sowohl im Westen, als auch im Russland interessiert sich man für die Haltung, die Erdogan nach dem gescheiterten Militärputsch wählen wird. Darum hat dieses Treffen eine erweiterte politische Bedeutung, betont der Verfasser. Die Annäherung zwischen dem Ankara und Moskau begann im Juli. Vor dem Putschversuch, entschuldigte sich Erdogan für den abgeschossenen Militärjet SU-24 vom 24 November 2016. Ein paar Tage lang nach dem türkischen Brief starten die Vertreter beider Staaten die offiziellen Verhandlungen, um die Aufhebung der Sanktionen zu besprechen.

 

Seitdem man zwischen Ankara und Moskau wichtige Fragen bespricht, wird Europa eine Lektion erteilt. Der Aufhänger beider Gespräche betrifft den Bereich der regionalen Sicherung im Nahen Osten.Moskau gab Ankara nach dem misslungen Umsturzversuch Rückendeckung, so Financial Times weiter.
 
Im bezog auf die Allierten schlug Ankara neue Töne an. denn Erdogan kritisierte die Reaktion der USA auf den Umsturzversuch. Er erklärte, dass Hintergründe um den gescheiterten Putsch «außerhalb der der Türkei stattgefunden hätten».
 
Weiter heißt es, türkische Diplomaten sagten in der privaten Unterredung, dass zwischen Ankara und Washington eine feste Verbundenheit existiere. Darum wird die Türkei nicht alle Brücken mit USA zerstören. Aber die amerikanische Beamtenwelt befürchtet, dass Erdogan Russland für seine Zwecke nutzen kann, um die Stärke in der Beziehungen mit dem Westen zu haben.
 
Darum hofft die Türkei, dass das Moskau seine Unterstützung für die Kurden reduzieren wird. Obwohl die Experten der Außenpolitik meinen, dass Neufestsetzung der Syrien-Strategie beschlossen wird.
 
Das Treffen von Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin findet heute am 9 August in St. Petersburg statt.