Spezialeinheiten der Polizei haben in Rheinland-Pfalz einen unter Terrorverdacht stehenden Mann festgenommen. Es bestehe der Verdacht, dass er der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angehöre, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Mainz am Dienstag.

 

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Demnach lagen «Hinweise vor, dass für den Saisonbeginn der Fußball-Bundesliga etwas geplant wurde». Um welche Art von Angriff es sich dabei hätte handeln sollen, blieb allerdings unklar.
Die Festnahme erfolgte den Angaben zufolge am vergangenen Freitag in Mutterstadt durch Spezialeinsatzkräfte der Rheinland-pfälzischen Polizei. In dem Fall sei mit der Polizei in Nordrhein-Westfalen zusammengearbeitet worden. Weiter ermittelt werde in Duisburg. Die dortige Polizei bestätigte die Festnahme und teilte zudem mit, es habe auch eine Wohnungsdurchsuchung stattgefunden. Die zuständige Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
 

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftbefehl gegen den Mann beantragt. Der Verdächtige ist nach Angaben des Ministeriums derzeit in Untersuchungshaft. «Die Festnahme zeigt, dass die Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den islamistischen Terror gut und erfolgreich zusammenarbeiten», betonte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). «Wir nehmen jeden Hinweis ernst und ermitteln konsequent.»
 
Nach Informationen des Südwestrundfunks soll es sich um einen Syrer handeln, der Anfang 2016 als Flüchtling nach Deutschland gekommen sein soll. Der Mann sei in Nordrhein-Westfalen untergebracht worden. Nach Hinweisen auf eine mögliche IS-Mitgliedschaft hätten die Behörden Ermittlungen aufgenommen und den Syrer überwacht.
 
Die «Bild» berichtet, dass der Mann unter anderem in einem Flüchtlingsheim in Dinslaken lebte, später in einer Wohnung in Mutterstadt. Auf seinem Handy sollen Ermittler bei einer Personenkontrolle ein Foto gefunden haben, auf dem er mit einer Kalaschnikow posiert. «Aufgrund dieses Fotos gehen wir davon aus, dass er in Syrien gekämpft hat», zitiert die Zeitung einen Beamten. Dinslaken ist auch die Heimat der Lohberger Brigade, einer salafistisch-dschihadistischen Gruppe von etwa 25 Personen, von denen ein Großteil nach Syrien ausreiste.
 
Zum Zeitpunkt seiner Festnahme in Mutterstadt sei der Mann dort nur zu Besuch gewesen, berichtete der SWR. Auf seinem Handy und auf seinem Computer hätten die Ermittler zahlreiche Fotos gefunden, die das Kampfgeschehen in Syrien zeigen. Unklar sei, ob er sie aus dem Internet heruntergeladen oder selbst gemacht habe.

 

Am 18. Juli hatte ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan oder Pakistan in einer Regionalbahn bei Würzburg fünf Menschen mit einer Axt schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Knapp eine Woche später sprengte sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling in Ansbach in die Luft und verletzte 15 Menschen. In beiden Fällen fanden die Ermittler Hinweise, dass die Männer IS-Anhänger waren. Inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts.

 

Quelle: Focus