Neue Skandale um die Demokratin Hillary Clinton sind für das Auswärtige Amt anscheinend normal. Nur vor dem Republikaner Donald Trump scheint man sich in Berlin zu fürchten. Clinton-Berater Bob Beckel will Julian Assange für die jüngste E-Mail-Enthüllung am liebsten tot sehen. Für den bereits getöteten Whisleblower Seth Rich lobte WikiLeaks nun 20.000 Dollar Belohnung für die Aufklärung des Mordes auf.

 

Inzwischen wurde bekannt, dass der Daten-Analyst der Demokraten Seth Rich hinter den jüngsten E-Mail-Enthüllungen der US-Demokraten steckt, die als DNC-Leak bekannt wurden. Für die Aufklärung des Mordes an den Computerspezialisten verspricht nun WikiLeaks eine Belohnung in Höhe von 20.000 Dollar.

 


 

Dass die Demokraten gerne im Ausland Menschen umbringen ist inzwischen bekannt. Gaddafi und viele andere Opfer der Demokratie nach amerikanischen Verständnis könnten darüber ein Lied singen, wenn sie noch leben würden. Anscheinend geht die Tötung von Rich den Demokraten aus Amerika nicht weit genug. Der Berater der US-Präsidentschaftskandidatin Bob Beckel sprach sich nun in einer Talkshow dafür aus, dass man auch den WikiLeaks-Chefredakteur Assange umbringen sollte.
 

 

Es ist schon erstaunlich, dass man sich im Außenministerium so sehr um die Möglichkeit sorgt, dass Donald Trump am Ende Präsident der Vereinigten Staaten wird, nachdem sich SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine Besorgnis öffentlich äußerte. Dafür wurde er in den Medien vielerorts positiv rezipiert, während man über das Schweigen der Kanzlerin in dieser Sache wenig Verständnis habe. Die Tatsache, dass es die Deutschen nichts angeht, wer in den USA am Ende die Wahl für sich entscheidet, spielt wohl keine Rolle mehr.

 

 

Über WikiLekas wird neuerdings ebenfalls vermehrt Kritik geäußert, was vielleicht unter verschiedenen Aspekten auch noch vertretbar sein mag. Über die Enthüllungen und Inhalte der neusten Leaks hört man allerdings wenig. Korruption, Terror-Finanzierung im Nahen Osten, Mord-Verstrickungen im eigenen Land, sind sowohl für Medien und Politik in diesem Land weniger das Problem.

 

 

Nicht einmal die sich als offensichtlich falsch erwiesenen Anschuldigungen gegen Moskau im Hinblick auf die Enthüllungen liest man aktuell eine Richtigstellung oder Klarstellung. Inzwischen haben sogar US-Nachrichtendienste eine Verstrickung zwischen WikiLeaks und Russland dementiert, was aber auch keine Überraschung und auch nicht abartig schwer herauszufinden ist. Fakt ist, dass WikiLeaks und die Idee dahinter genau das Gegenteil darstellt, denn ursprünglich wollte das Team der Transparenz-Plattform über Missstände in Russland aufklären.
 

 

Allerdings wurden die Journalisten im Westen fündiger als im Osten. Während sich in Russland die Justiz und der Inlandsgeheimdienst weniger damit beschäftigt, den Steigbügelhalter von Oligarchen zu spielen und ihre Zeit eher damit verschwenden, Terroristen und korrupte Milliardäre zu entlarven, so wird deutlich, dass der FBI wohl viel von seinen Kollegen aus Moskau lernen kann. Denn der FSB warnte beispielsweise die Kollegen aus Washington DC vor einem Anschlag, der sich beim Boston Marathon vor gut zwei Jahren realisierte. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Von Christian Lehmann