Am vergangenen Freitag wechselte der frühere stellvertretende Direktor und zweimalige kommissarische Direktor des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Mike Morell, als bisher letzter bekennender Neokonservativer offiziell ins Clinton-Lager.

 

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In einem Kommentar in der New York Times mit der Überschrift »Ich stand an der Spitze der CIA, jetzt unterstütze ich Hillary Clinton« lobte er nicht nur Clinton über den grünen Klee, sondern kritisierte ihren republikanischen Gegenkandidaten Donald Trump scharf:

 

»Hillary Clinton erfüllt in hohem Maße alle Voraussetzungen, Oberbefehlshaberin der Streitkräfte zu sein. Ich bin überzeugt, sie wird die wichtigste Pflicht als Präsidentin erfüllen: unser Land sicher zu machen. [Zweitens] ist Donald J. Trump nicht nur für dieses Amt völlig ungeeignet, sondern stellt sogar eine Bedrohung unserer nationalen Sicherheit dar … In Geheimdiensten würden wir das so sagen, Putin hat Trump als unwissentlichen Agenten der Russischen Föderation rekrutiert.«

 

Dabei verschwieg Morell, der sich selbst gerne als überparteilich darstellt, allerdings geflissentlich, dass er selbst aktiv daran beteiligt war, die Darstellung zu verbreiten, der Angriff auf das US-amerikanische Konsulat in Bengasi am 11. September 2012, bei dem u.a. der amerikanische Botschafter in Libyen, J. Christopher Stevens, ums Leben kam, sei durch einYouTube-Video ausgelöst worden.

 

Als die damalige Außenministerin Clinton in diesem Zusammenhang von den »besten Informationen« sprach, die »von den Geheimdiensten vorgelegt worden waren«, bezog sie sich auf ihren Mann bei der CIA, Michael Morell, der damals nach seiner eigenen Aussage im Jahr 2014 vor dem Kongress zusammen mit dem Weißen Haus die »Sprachregelung der offiziellen Darstellung« zu Bengasi erarbeitete.

 

Der damalige CIA-Direktor David Petraeus, der 2012 später wegen einer Affäre zurücktrat (Morell trat dann kommissarisch seine Nachfolge an), bezeichnete diese Darstellungen als »nutzlos«.

 

Ebenso entfallen war ihm offenbar, dass er 2013 die CIA verließ, um sich einem Beratungsunternehmen in Washington mit engen Verbindungen zu Hillary Clinton anzuschließen. Beim neuen Arbeitgeber Morells, Beacon Global Strategies, handelt es sich um ein aus zehn Personen bestehendes Unternehmen, zu dessen Mitbegründern auchPhilippe Reines gehört, der zu den wichtigsten Beratern Clintons gehörte, als sie amerikanische Außenministerin war.

 

Reines ist heute immer noch ihr Sprecher, wobei er diese Funktion als »zweiten Vollzeitjob« betrachtet, wie das Magazin New York im Februar 2014 schrieb. »Sollte sie erneut als Präsidentschaftskandidatin antreten … wäre Reines wieder mit an Bord«, hieß es damals. Dies bedeutet aber auch, dass Morell als »Senior Counselor« bei Beacon ebenfalls zum PR-Apparat Clintons gehören würde.

 

Morell überging in seinem jüngsten Loblied auf Clinton, dass niemand ihm das Wasser reichen kann, wenn es um die neue Verbundenheit der Neokonservativen mit Hillary Clinton geht.

 

Wie der folgende Auszug aus einem Interview belegt, das Morell bereits 2015 mit Charlie Rose führte und das gestern veröffentlicht wurde, könnte man Morell mit einigem Recht als den Kriegsverbrecher bezeichnen, der aktuell bisher als Letzter dazu aufrief, »verdeckt« Russen und Iraner in Syrien zu töten. In seinem Bemühen, seine Forderung, die eigentlich als Verschwörung zu Mord, Terrorismus und Krieg zu werten ist, zu rechtfertigen, verglich Morell seinen Vorschlag mit verdeckten Operationen, die angeblich gegen die USA während ihres völkerrechtswidrigen Krieges und der ebenfalls völkerrechtswidrigen Besetzung des Iraks im Jahr 2003 und später durchgeführt worden seien.

 

Es gibt aber einen bedeutenden Unterschied zwischen dem amerikanischen Einmarsch in den Irak und dem russischen Eigreifen in Syrien: Der Einmarsch der USA in den Irak 2013 beruhte auf einer vorsätzlichen Lüge, während das Eingreifen Russlands in Syrien auf Bitte der amtierenden Regierung in Syrien erfolgte.

 

 

Hier nun die entscheidende Passage des Interviews:

 

»Morell: Wir müssen dafür sorgen, dass die Iraner die Konsequenzen [für ihr Eingreifen] in Syrien zu spüren bekommen, wir müssen dafür sorgen, dass die Russen den Preis dafür bezahlen.
 
Rose: Und das erreichen wir, indem wir Russen und Iraner töten?
 
Morell: Ja, verdeckt. Man spricht natürlich nicht öffentlich darüber. Man stellt sich nicht vor das Pentagon und verkündet, das und das haben wir gemacht. Aber man stellt sicher, dass die Botschaft in Moskau und Teheran ankommt. Ich will gegen das vorgehen, was [der syrische Präsident Baschar] al-Assad als seine persönliche Machtbasis betrachtet. Ich will Assad beunruhigen. Ich werde sein Präsidentenfahrzeug angreifen. Ich will sein Büro mitten in der Nacht mit Raketen angreifen. Ich will seine Präsidentenmaschine zerstören. Ich will seine Präsidentenhubschrauber zerstören. Ich will ihm den Eindruck vermitteln, dass wir hinter ihm her sind.«

 

 

In der Beschreibung dieses Videos auf der Internetseite The New Atlas heißt es lapidar: »Seit diesen Äußerungen Morells aus dem Jahr 2015 wurden zwei russische Hubschrauber abgeschossen; einer davon von der Terrororganisation Islamischer Staat, der andere von der Terrororganisation Dschabhat al-Nusra,die [sich seit Neuestem ›Dschabhat Fatah asch-Scham‹ nennt und] vom amerikanischen Außenministerium als Terrororganisation eingestuft wird, die auch als ›al-Qaida in Syrien‹ bekannt sei.«

 

Wir wissen nicht, inwieweit der Kreml an seinem Eingeständnis interessiert ist, aber wir wissen, dass es für Michael Morell nur eine Präsidentschaftskandidatin gibt, die er unterstützen könnte: Hillary Clinton.

Von Tyler Durden