Amber Lyon, eine mit drei Emmys ausgezeichnete Journalistin behauptet, CNN würde von Regierungen für eine passende Berichterstattung bezahlt. Nur ein Fall von vielen? Wie käuflich sind die Mainstream-Medien? Wer wundert sich noch über Lügenpresse-Vorwürfe?

 

 

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Schon vor einigen machte die mit drei Emmys ausgezeichnete Journalistin Amber Lyon darauf aufmerksam, wie der US-amerikanische TV-Sender CNN für eine entsprechende Bezahlung auch eine «passende» Berichterstattung ablieferte. Etwas, was wahrscheinlich bei so manchem TV-Sender der Fall ist. Wenn das Geld stimmt, wird auch die Berichterstattung entsprechend geändert.
 
Snowden-Vertrauter Glenn Greenwald machte schon im Jahr 2012 darauf aufmerksam, wie CNN im März 2011 ein Vierpersonen-Team nach Bahrain schickte, um von dort über den «Arabischen Frühling» zu berichten. Dabei berichteten Aktivisten explizit über ihre erlittene Folter durch Regierungskräfte. Auch sprach sie mit Regierungsmitgliedern, welche die Inhaftierung von Aktivisten rechtfertigten. Sie sahen, wie die (von Saudi-Arabien unterstützten) Regierungskräfte auf unbewaffnete friedliche Demonstranten feuerten.

 

Doch CNN International (CNNi) strahlte die Dokumentation niemals aus – weil sie von der Regierung Bahrains dafür bezahlt wurden. Hier die Reportage, die von CNNi niemals ausgestrahlt wurde:

 

 
Was Amber Lyon beschreibt, ist genau dasselbe wie beim Inverview von Nick Robertson mit Muhammed Al-Zawahiri in Ärypten. Auch dieses Interview wurde nach einer monetären Intervention nicht ausgestrahlt. Die CNN-Berichterstattung in den USA läuft genau nach demselben Muster ab: Wenn die Regierung bezahlt, werden manche Berichte einfach weggelassen und die Bevölkerung wird desinformiert.
 
Wer glaubt, bei den anderen US-Sendern oder bei den europäischen Medien sei das gravierend anders, der ist höchst naiv. Teilweise läuft dies nicht mittels Bezahlung ab, sondern vielmehr auf informeller Ebene. Dafür, dass über bestimmte Dinge nicht berichtet wird, bzw. diese anders dargestellt werden als es tatsächlich war, gibt es auch andere Entschädigungsformen. So zum Beispiel exklusive Newshäppchen aus der Regierung («ein Regierungsvertreter sagte…») und für führende Journalisten den Zugang zu den Machtzirkeln.
 
Kein Wunder also, dass das Vertrauen in die Medien sowohl in den USA als auch in vielen europäischen Ländern auf einem Tiefpunkt angelangt ist. Immer mehr Menschen begreifen, dass die selektive Berichterstattung (warum kommen nur bestimmte Themen in der «Tagesschau», während andere wichtige Themen völlig ausgelassen werden?) kein Zufall ist, sondern ein System dahinter steckt. Auch die tendenziöse Berichterstattung gehört dazu. Umso verständlicher ist es, dass die «alternativen Medien», also jene die nicht zu den großen Konzernen gehören, immer mehr Zuspruch erhalten.

 

Von Marco Maier