Moskau erörtert zurzeit mögliche Antworten auf den jüngsten Diversionsversuch auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch den ukrainischen Geheimdienst. Das schreibt die Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf eine Quelle aus russischen diplomatischen Kreisen.

 

2444307 06.06.2014 6 июня 2014. Президент России Владимир Путин (слева) и избранный президент Украины Петр Порошенко во время торжественной церемонии празднования 70-летия высадки союзников в Нормандии. Сергей Гунеев/РИА Новости

 

 

Als Gegenmaßnahmen könne Moskau laut der Zeitung die russische Botschaft in Kiew schließen und alle Diplomaten abberufen.

 

„Eine mögliche Variante einer harten Antwort könnte der Abbruch der diplomatischen Beziehungen sein. In Moskau wird diese Möglichkeit zurzeit erörtert. Die Schlüsselrolle fällt aber dem Staatschef zu, der eine entsprechende Entscheidung auf Grundlage aller gesammelten Daten treffen wird“, so die Zeitung.

 

„Was den Abbruch der diplomatischen Beziehungen anbelangt, ist dies das Vorrecht des Staatsoberhauptes. Aber Moskau muss die Beziehungen zu Kiew angesichts der jüngsten Ereignisse revidieren“, erläuterte der Vizeleiter des Auswärtigen Ausschusses beim Föderationsrat (Oberhaus), Wladimir Dschabarow.

 

Da Kiew bisher nicht der Kandidatur des neuen Botschafters Russlands zugestimmt hat, vertritt derweil Sergej Toropow als Geschäftsträger die Interessen Moskaus in der Ukraine.

 

Zuvor hatte Moskau um ein Agreement zur Ernennung von Michail Babitsch zum neuen Botschafter erbeten, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin den bisherigen Botschafter in der Ukraine, Michail Surabow, in der vergangenen Woche abberufen hatte. Die Sprecherin des ukrainischen Außenministeriums, Jelena Serkal, erklärte darauf, Kiew erörtere diese Frage nicht.

 

Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, will Russland nach wie vor einen neuen Botschafter in der Ukraine ernennen. Wenn Kiew es für sinnvoll halte, das Niveau der diplomatischen Beziehungen zu senken, dann sei dies die Wahl der ukrainischen Seite, betonte Peskow.

 

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte am Mittwoch mitgeteilt, am Samstag auf der Krim eine ukrainische Einsatztruppe aufgespürt und zerschlagen zu haben. Die Ukrainer hätten Terroranschläge auf Infrastruktureinrichtungen der Halbinsel geplant. In der Nacht zum Montag soll das ukrainische Militär zudem die Krim unter Beschuss genommen und versucht haben, unter diesem Deckmantel weitere Terrorgruppen einzuschleusen. Dieser Versuch wurde nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums vereitelt. Bei den Kämpfen seien ein russischer Soldat und ein FSB-Mitarbeiter getötet worden. Mehrere ukrainische Agenten seien festgenommen worden.

 

Präsident Putin sagte in einem Kommentar zum Tod der Angehörigen der russischen Sicherheitskräfte, dass „wir dies nicht unbemerkt lassen“.