Die russischsprachige Version der Deutschen Welle (DW) soll sich unverzüglich für die veröffentlichte Karikatur mit einem russischen Paralympioniken entschuldigen, meint der Vize-Chef des Staatsduma-Ausschusses für Arbeit, Sozialpolitik und Veteranen, Michail Terentjew (Partei Geeintes Russland).

 


 

„Die Redaktion muss sich unbedingt für die Beleidigung entschuldigen. Ich hoffe, das Unternehmen und die Journalisten haben den Mut, das zu tun“, betonte der Abgeordnete, der Mitglied des Exekutivkomitees des Paralympischen Komitees Russlands und selbst mehrmaliger Paralympics-Teilnehmer ist, gegenüber RIA Novosti.

 

Laut Terentjew wollen jene, die derartige Karikaturen bringen, das Paralympische Komitee Russlands im Zusammenhang mit der Suspendierung seiner Mitgliedschaft im Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) von der rechtlichen Arbeit ablenken.

 

„Die Partei, die Sportgemeinschaft – wir alle verurteilen diese Tat“, betonte er.

 

Am 8. August hatte die russischsprachige Website der Deutschen Welle (DW) eine Karikatur des Zeichners Sergey Elkin veröffentlicht. Der Titel des Bildes lautete „Russische Paralympioniken werden der Tür verwiesen“. Die Zeichnung zeigt einen Rollstuhlfahrer mit russischer Flagge, der sich von vier olympischen Ringen wegbewegt, wobei der Zeichner den fünften Ring in einen Rollstuhl verwandelt hat.

 

Einen Tag zuvor war Russlands Auswahl von der Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, die vom 7. bis 18. September stattfinden, ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung wurde aufgrund des Berichts der von Richard McLaren geleiteten unabhängigen Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) getroffen. In dem am 18. Juli vorgelegten Dokument war insbesondere von 35 verschwundenen Doping-Proben russischer Paralympioniken die Rede. Außerdem wurde behauptet, in Russland existiere ein staatlich gestütztes Programm zur Vertuschung von Doping.