Die täglich dreistündige Waffenruhe in Aleppo ist laut dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Verbesserung der humanitären Lage in der Region nicht ausreichend. Er plädiert für ständige humanitäre Korridore am Boden, berichtet Sputniknews.

 

„Wir brauchen humanitäre Waffenruhe, wir brauchen Zugänge, damit die Menschen mit dem Notwendigsten versorgt werden können“, forderte der deutsche Spitzendiplomat am Montag auf einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Jekaterinburg.

 

„Ich war auch froh von Sergej Lawrow zu hören, dass die Gespräche über die Frage, wie man das organisiert, mit den amerikanischen Partnern weitergehen. Ich glaube nur, dass eine dreistündige Waffenruhe nicht ausreichen wird; dass wir einen dauerhaften Zugang nach Aleppo hinein brauchen, zur Versorgung der Bevölkerung“, so Steinmeier.

 

 

Solche humanitären Zugänge über wichtige Straßen, die nach Aleppo hinein führen, sind „allemal eine bessere Alternative gegenüber der Versorgung aus der Luft, insofern ist die Versorgung aus der Luft durch Airdrops immer nur die zweitberste Lösung“, erklärte der deutsche Außenminister.

 

Steinmeier hoffe sehr, dass die humanitären Korridore so schnell geschafft würden, dass man am Ende gar nicht  zu Airdrops greifen müsse. In der Zwischenzeit bleiben sie natürlich ein wichtiger Weg für die Versorgung der Bevölkerung von Aleppo mit dem Notwendigsten.

 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat bei der Pressekonferenz in Jekaterinburg die Bereitschaft Russlands bestätigt, zusammen mit den westlichen Staaten die humanitäre Lage in Aleppo zu verbessern.

 

„Wir haben die Hoffnung, dass Russland, die USA, andere westlichen Staaten und die Staaten in der Region, auch zusammen mit der UN, die Notlage der Zivilbevölkerung lindern können und es nicht zulassen werden, dass die Terroristen, die Teile der Stadt und der Region unter Kontrolle halten, ihre Bedingungen diktieren“, sagte Lawrow.

Das Problem der Aufteilung der gemäßigten Opposition und der IS-Terroristen sowie der Kämpfer der An-Nusra-Front sei allerdings immer noch nicht gelöst, so der russische Chefdiplomat.

 

„Bei der Lösung der humanitären Probleme darf nicht zugelassen werden, dass die humanitären Kanäle für einen Waffen- und Munitionsschmuggel durch die Terroristen ausgenutzt werden“, mahnte Lawrow.

Seit dem 27. Februar gilt in Syrien eine Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen und bewaffneten Rebellen mit Ausnahme von Terrorgruppierungen. In Syrien tobt seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt zwischen der Regierung und der militanten Opposition. UN-Schätzungen zufolge hat der Bürgerkrieg in Syrien bereits mindestens 250.000 Menschen das Leben gekostet.