Die Bemerkung des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier darüber, dass der Beginn der russischen Operation in Syrien unerwartet für den Westen kam, ist nach Ansicht der amtlichen Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sehr merkwürdig.

 

„Wenn dies ein Vorwurf über einen mangelnden Wunsch nach Militärkooperation ist, sollte der nicht an Russland, sondern an den Westen gehen, der die Zusammenarbeit im Militärbereich einschließlich des Informationsaustausches mit Moskau eingestellt hat“, schrieb Sacharowa in ihrem Facebook-Profil.

 

Russland habe immer wieder die Notwendigkeit der Kontakte in diesem Beriech betont, wenigstens was besonders dringende Fragen anbetreffe.

 

„Wenn es eine Kränkung wegen der ausgebliebenen politischen Kooperation in Syrien ist, nehmen wir das nicht an: Noch vor Beginn des Einsatzes der Luftstreitkräfte in Syrien hat der russische Präsident auf der UN-Vollversammlung in New York vorgeschlagen, eine gemeinsamen Anti-Terror-Front zu schaffen, eine Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS, auch Daesh – Anm. der Red.)“, so Sacharowa weiter. Die Reaktion des Westens sei allen noch in Erinnerung: Als ob sie es nicht gehört hätten.

Am heutigen Montag haben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein russischer Kollege Sergej Lawrow eine gemeinsame Pressekonferenz in der Ural-Stadt Jekaterinburg gegeben, nachdem sie internationale Krisen, vor allem in der Ukraine und in Syrien, besprochen hatten. Steinmeier hat dabeizu der Situation in Syrien gesagt, dass der russische Einsatz im Land unerwartet für den Westen gekommen sei.