Das italienische Nachrichtenportal Imola Oggi hat eine Petition veröffentlicht, in der gefordert wird, die russischen Sportler doch noch zu den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro zuzulassen.

 

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„Der Kalte Krieg des Westens gegen Russland besitzt unterschiedliche Formen“, heißt es in dem Dokument, „darunter solche abstoßenden und unschicklichen wie der Ausschluss der Paralympioniken. Obwohl man den Sport vor Offenbarungen des Hasses, vor Wirtschaftskriegen und dem Schmutz der internationalen Politik schützen sollte.“

 

Der Direktor des Nachrichtenportals Imola Oggi, Armando Marocchia, hat im Gespräch mit Sputnik Italia die Veröffentlichung dieser Petition damit erklärt, dass die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) im Widerspruch zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Demnach wurde die ganze russische Auswahl ausgeschlossen.

 

„Wir wollen die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Herangehensweise solcher Personen wie Philip Craven lenken, der in diesem Fall sein politisches Engagement und nicht adäquates Handeln demonstriert hat. Wir sind überzeugt“, fuhr er fort, „dass der Sport ebenso wie die Musik, Kunst und Kultur außerhalb jeglicher politischer und ökonomischer Kontroversen bleiben muss.“

 

Es sei ungerecht und falsch, von einer kollektiven Verantwortung der Sportler zu sprechen. Das habe nicht einmal eine erzieherische Wirkung. Ein jeder müsse die Verantwortung für die eigenen Taten, nicht aber für die anderer tragen.

 

Sollte es dem Nachrichtenportal Imola Oggi nicht gelingen, so versprach er, die Weltöffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Seines Erachtens würde man mit der Abwesenheit der russischen Behindertensportler in Rio auch alle übrigen Sportler bestrafen, da ihnen die starke Konkurrenz fehlen würde.

 

„Wir haben diese Aktion gerade erst gestartet, aber unsere Petition haben schon Tausende Menschen unterschrieben. Natürlich sind wir nicht überzeugt, aber wir hoffen, dass sie ebenfalls auf den Sportgerichtshof (CAS) Einfluss nehmen und dieser ein gerechtes Urteil zugunsten der russischen Paralympioniken treffen wird“, sagte Marocchia.

 

Am 7. August war Russlands Auswahl von der Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, die vom 7. bis 18. September stattfinden, ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung wurde aufgrund des Berichts der von Richard McLaren geleiteten unabhängigen Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) getroffen. In dem am 18. Juli vorgelegten Dokument war insbesondere von 35 verschwundenen Doping-Proben russischer Paralympioniken die Rede. Außerdem wurde behauptet, in Russland existiere ein staatlich gestütztes Programm zur Vertuschung von Dopingsünden.

 

Russland hat inzwischen beim CAS in Lausanne Berufung gegen diese Entscheidung des IPC eingelegt und hofft auf ein positives Urteil, das die Teilnahme der Russen an den Spielen in Rio ermöglicht.