Die Verwendung des iranischen Luftstützpunktes Hamadan stärkt die Position Russlands im Nahen Osten, wie westliche Medien berichten.

 

Nach Angaben der Financial Times vergrößert dieser Schritt nicht nur Russlands regionalen Einfluss, sondern übt hinsichtlich einer Koordinierung von Militäraktionen in Syrien mit Moskau auch verstärkt Druck auf Washington aus. Darüber habe sich auch ein logistischer Vorteil ergeben: Die Verwendung des Stützpunktes verkürzt wesentlich die Entfernung nach Syrien, die die russischen Bomber zurücklegen müssen.

 

Trotz aller Konflikte zwischen Russland und dem Iran in der jüngsten Geschichte, sei Teheran auch daran interessiert, Moskau als einen „Kompromiss“ gegen seinen „Erzfeind“ Washington zu verwenden, so Financial Times. Darüber hinaus habe Russland innerhalb der letzten zwei Monate seine regionale Diplomatie in Syrien intensiviert: Beispielsweise wurden vermehrt Treffen mit iranischen, syrischen und türkischen Kollegen abgehalten.

 

Früher hatte sich der Iran stets geweigert, ausländischen Truppen seinen Stützpunkt zur Verfügung zu stellen. Nach Angaben der Zeitung The Telegraph ist es erstmals seit 1979 ausländischen Truppen erlaubt worden, Militär-Operationen von iranischem Territorium aus durchzuführen. Dies gelte als anschauliche Demonstration der Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran, die beide für eine Erhaltung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad kämpfen. Jetzt seien russische Truppen in zwei Ländern des Nahen Ostens stationiert, während es früher nur ein Stützpunkt in Syrien gewesen war.

 

Auch The Guardian schreibt von einem „bemerkenswerten Durchbruch in den russisch-iranischen Beziehungen in Syrien“. Demnach bezeichnete der führende Experte des Königlichen Instituts der Vereinigten Streitkräfte für Verteidigungs- und Sicherheitsstudien in London, Shashank Joshi, die neue Kooperation als einen „präzedenzlosen Fall“.

 

„Die Bereitschaft, ausländische Truppen auf sein eigenes Öl-Gebiet zu lassen, ist ein großer diplomatischer und politischer Schritt. Wie auch andere Länder, darunter Indien, hatten die Iraner schon immer eine historische  Abneigung gegen sämtliche Auslandseinsätze auf ihrem Territorium“, hieß es beim Guardian.

 

Die USA hatten die Stationierung russischer Truppen im Iran „bedauerlich“ genannt.