EU-Unternehmen kooperieren trotz der bestehenden Sanktionen weiterhin mit der Krim. Schiffe unter europäischer Flagge laufen noch immer die Häfen der Halbinsel an, wie die internationale Organisation für Ermittlungen zu Korruption und organisierter Kriminalität (Organized Crime and Corruption Reporting Project, OCCRP) mitteilte.

 

Nach Angaben der OCCRP liefen in den letzten zwei Jahren insgesamt 24 Schiffe unter der Fahne von EU-Mitgliedsstaaten, 43 in der EU registrierte Schiffe sowie 22 Schiffe von EU-Begünstigten in Häfen der Krim ein.

Um die Sanktionen zu umgehen, greifen Unternehmen zu verschiedensten Tricks, behaupten die OCCRP-Mitarbeiter. Ihnen zufolge hissen einige Unternehmen auf ihren Schiffen die Flaggen anderer Staaten, andere nehmen Dienstleistungen von Fremdfirmen in Anspruch, weitere schalten nach der Ankunft in der Krim ihre Schiffortungssysteme ab.

 
So soll beispielsweise ein Schiff der deutschen Firma Krey Schiffahrts GmbH im Juli 2014 den Hafen von Kertsch im Osten der Halbinsel angesteuert haben. Die Führung des Unternehmens ließ die OCCRP-Anfragen unbeantwortet, erklärte jedoch, die Firma habe „große Probleme“ wegen des Aufenthalts in dem Krim-Hafen bekommen.

 
Laut einem ehemaligen Mitarbeiter der türkischen Unternehmensgruppe Palmali tauschen Schiffe kurz vor der Halbinsel häufig die Fahnen. Zunächst würden sie die Fahne der Ukraine hissen, nach der Straße von Kertsch würden sie diese gegen die russische tauschen.

Die OCCRP ist eine Vereinigung von Medien und selbstständigen Reporters, die in Fällen organisierter Kriminalität und Korruption recherchieren. Finanziert wird die Organisation zum Großteil aus der US-amerikanischen Entwicklungsorganisation (United States Agency for International Development, USAID) und der UN-Stiftung für Demokratie.