Das iranische Frachtflugzeug mit 400 Millionen Dollar an Bord hat Genf im Januar dieses Jahres erst dann in Richtung Teheran verlassen, nachdem eine schweizerische Maschine mit drei US-Bürgern aus der iranischen Hauptstadt abgeflogen war, wie The Wall Street Journal berichtet.

 

Das Bargeld in Euro, Schweizer Franken und anderen Währungen war demnach auf Konten in Genf gelagert worden. Um es abzuholen, sei eine Iran Air-Maschine in die Schweiz angekommen. Am Morgen des 17. Januar, als ein schweizerisches Militärflugzeug mit den drei US-Bürgern Teheran verlassen hatte, haben die Iraner Zugriff auf das Geld bekommen.

 

„Unsere Top-Priorität war es, die Amerikaner nach Hause zu bringen“, sagte eine Quelle gegenüber The Wall Street Journal.

 

Zuvor hatte WSJ berichtet, dass die US-Präsidialverwaltung von Barack Obama Anfang 2016 unter strikter Geheimhaltung ein Flugzeug mit 400 Millionen Dollar in den Iran geschickt hätte. Laut einigen Quellen stand der Geheim-Deal in Zusammenhang mit der im selben Monat realisierten Freilassung von vier US-Bürgern, die früher in Teheran festgenommen worden waren.

 

Der geheime Deal fiel zeitlich mit der Umsetzung der Bedingungen des im Sommer vergangenen Jahres geschlossenen Atomabkommens zwischen dem Iran, den USA und anderen Ländern zusammen, welches es ermöglichte, die meisten internationalen Sanktionen gegen Teheran aufzuheben.

 

Bei seinem Auftritt im Weißen Haus am 17. Januar hatte Obama noch erklärt, nach Ende der Atomsanktionen sei nun die Zeit gekommen „noch einen Streit auszufechten“. Doch von den 400 Millionen sagte er nichts. Laut den USA ist dies der erste Teil einer Summe in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Dollar, die die USA im Rahmen der Beilegung des Streits über den vereitelten Deal zur Waffenlieferung an Teheran auszahlen müssen.